Deftones - Saturday Night Wrist - Cover
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Deftones Saturday Night Wrist


  • Label: Maverick/WEA
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Jahre sind seit dem letzten Album der Deftones vergangen. Drei Jahre, die für die meisten Künstler einen ganz normalen Zeitraum zwischen zwei Produktionen darstellen, eine Zeitspanne, die auch für die Deftones normal ist. Doch die Deftones sind keine normale Band und sie haben schon gar keine normalen Fans. Selber schuld, könnte man sagen. Denn wer Meisterwerke wie „White Pony“ (2000) abliefert und magische Konzerte spielt, macht die Fans rasend und nach mehr, mehr, immer mehr verlangend. Dem können und wollen die Deftones nicht nachkommen. Sänger Chino Moreno nahm sich eine Auszeit mit dem drögen Projekt Team Sleep und die Plattenfirma schob die Kopplung „B-Sides & Rarities“ (2005) auf den Markt, welche die Gier nach neuem Material zusätzlich anheizte.

Nach zwei Jahren Produktionszeit, vier verschlissenen Produzenten (Bob Ezrin, Rich Costey, Dan The Automator, Shaun Lopez), die immerhin schon Bands wie Kiss, Pink Floyd, Audioslave, Lou Reed, Gorillaz und My Chemical Romance betreuten, und mächtigen Reibereien innerhalb der Band, legen die Kalifornier nun endlich ihr fünftes Studioalbum, „Saturday Night Wrist“, vor. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Die Herren haben sich im Vergleich zum schwachen Vorgängeralbum klar gesteigert und ein starkes Werk abgeliefert, das laut Gitarrist Stephen Carpenter „Ein Monument ist aus allem, was den Rock definiert: Hard-, Heavy-, Metal-, Punk-, Psychedelia-, Classic-, Alternative-, Elektronik – was immer Du willst“. Damit liegt er ziemlich richtig, obwohl Musiker gerne etwas übertreiben.

„Saturday Night Wrist“ ist ein düsterer Brocken der Marke „Pantera meets The Cure”, der schon bei Beginn ein Ausrufezeichen setzt: „Hole in the earth“, zugleich die erste Singleauskopplung, reißt den Hörer in einen Sog aus grandiosem Riffing, schonungslosen Lyrics und einer über alles schwebenden Melodie, gefolgt von einem wutschnaubenden Ausbruch namens „Rapture“ und dem psychedelischen „Beware“. Auf diese Art geht es weiter. Heftige Emo-Metal-Eruptionen („Cherry waves“, „Rats! Rats! Rats!“) wechseln sich mit ruhigeren, elektro-lastigen Stücken („Xerces“) ab – und zwar grundsätzlich mit jeder Menge Atmosphäre ausgestattet, auch wenn nicht alles auf dem Album zu 100% gelungen ist. So erinnert „Mein“ mit Gastsänger Serj Tankian von System Of A Down leicht an die Smashing Pumpkins, während „Pink cellphone“ als deplazierter Elektro-Rumpler aus den Boxen leiert. Aber das sind nur Nuancen.

Auch die fünfte Deftones-Studioplatte ist wieder ein Werk, das Zeit zum Wirken und Wachsen benötigt. Doch lange dürfte der Kampf mit den 12 Songs nicht dauern. Der Zauber, der von den meisten Stücken ausgeht, packt einen früher oder später und lässt den Hörer so schnell nicht los. Unterm Strich ist „Saturday Night Wrist“ zwar nicht ganz so gut wie „White Pony“, aber deutlich besser als „Deftones“ vor drei Jahren.

Anspieltipps:

  • Beware
  • Combat
  • Kimdracula
  • Hole in the earth
  • U, U, D, D, L, R, L, R, A, B, select, start
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