Biohazard - Means To An End - Cover
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Biohazard Means To An End


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 34 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Billy Graziadei (Gesang, Gitarre), Evan Seinfeld (Gesang, Bass), Danny Schuler (Schlagzeug) und Bobby Hambel (Gitarre) haben auch schon bessere Zeiten erlebt. Zusammen als Biohazard unterwegs, galten sie mit Platten wie „Urban Discipline“ (1992), „Biohazard“ (1990) und „State of the world address“ (1994) in den 90-ern zu den Begründern von Metal/Hardcore/Rap-Crossover. Weltweit wurden von den ersten drei Alben 2,5 Millionen Einheiten verkauft – ein Erfolg, der im weiteren Verlauf der Bandgeschichte nicht mehr wiederholt werden konnte. „Mata Leao“ (1996), „New world disorder“ (2000), „Uncivilization“ (2001) und „Kill or be killed“ (2003) hinkten der Qualität der Vorgänger nach und waren nicht mehr als eine Reproduktion des bisherigen Schaffens. Mit dem nun erschienenen „Means to an end“ ist die geheime Botschaft enthalten, Biohazard werden sich nach dieser Platte bzw. nach der Tournee dazu auflösen und ihrer Wege gehen. Evan Seinfeld wird vermutlich als Spider Jonez zu seiner Frau und Pornostarlet Tera Patrick (Linda Hopkins Shapiro) ins Horizontalgewerbe stoßen und Billy Graziadei macht mit seiner Gruppe „Suicide City“ weiter.

Beim demnach letzten Album wurde versucht noch einmal gehörig auf die Tube zu drücken und ein druckvolles, energiegeladenes Album abzuliefern. Leider gelang dies zum Bedauern nur in einigen, wenigen Stücken, was wohl an der Unlust der vier Mitglieder an einem Weiterbestehen liegen mag. Mit etwas über einer halben Stunde ist das Werk noch dazu recht kurz ausgefallen und wegen Mangel an herausragenden Kompositionen wird dieser negative Aspekt nicht kompensiert. Trotz allem kann bei „Means to an end“ von einer Wende gesprochen werden, da das Werk wenigstens versucht eine Mischung aus alten und neuen Tagen abzuliefern, anstatt das Erfolgsprinzip von früher zu kopieren. Dadurch ist Graziadeis und Seinfelds gesangliche Leistung mitunter wieder grimmig und zornig, wie es sein sollte, aber die musikalische Darbietung lässt öfters zu wünschen übrig. So erklingt bei Schlagzeuger Schuler beinahe immer der gleiche Ablauf und auch die Leistung der Saiteninstrumente birgt keine Neuerungen, ist aber durchaus solide und strotzt vor Kraft.

In „Killing to be free“ wird zu Beginn “War Pigs” von Black Sabbath zitiert und “Break it away from me” gefällt als stromlinienförmiges Hassmonster, das kompromisslos alles ummäht, das sich ihm in den Weg stellt, besonders gut. Ansonsten ist vielleicht noch der Opener hervorzuheben, der mit einer Alarmsirene durchzogen, ihrem Namen gerecht wird. Der Rest wandert auf dem dünnen Grat zwischen Belanglosigkeit, Durchschnitt oder Langeweile. Sollten Biohazard ihr Gespür verloren haben, wirklich gute und innovative Tracks zu entwerfen, so ist ihnen zumindest die Gabe geblieben zu wissen, wann man abdanken sollte und das ist nach diesem, ihrem achten Longplayer, gerade richtig.

Anspieltipps:

  • Break It Away From Me
  • My Life, My Way
  • Devotion
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