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Alan Parsons A Valid Path


  • Label: Eagle Rock/EDEL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Beim Namen Alan Parsons denken viele zuerst an verzichtbaren 80er-Jahre Pop. Dabei ist der 55jährige Engländer schon viel länger im Geschäft und eine der Ikonen der elektronischen Rockmusik. Er begann seine Laufbahn Ende der 60er-Jahre als Toningenieur in den legendären Abbey Road Studios, wo er u.a. an der Produktion des finalen Beatles-Albums „Let It Be“ beteiligt war. Später machte er sich durch die Zusammenarbeit mit den Hollies („He ain’t heavy he’s my brother“) und als Produzent des Pink Floyd Meilensteins „Dark Side Of The Moon“ (1973) einen Namen, ehe er ab 1976 als Alan Parsons Project, zusammen mit Songschreiber und Manager Eric Woolfson auf eigenen musikalischen Beinen wandelte.

Das APP-Debütalbum „Tales Of Mystery And Imagination“ (1976) war eine ambitionierte Song-Kollektion, die durch das Lebenswerk Edgar Allen Poes inspiriert wurde. Das Album wurde ein sensationeller Erfolg und verkaufte sich in Millionenauflage. Der Nachfolger „I Robot“ (1977) war nicht weniger anspruchsvoll und befasste sich mit Science-Fiction-Themen von Isaac Asimov. 1982 erschien das bis dato erfolgreichstes Album „Eye In The Sky“, das mit drei Hit-Singles aufwarten konnte. Weitere Top-Seller waren: „Ammonia Avenue” (1984), „Vulture Culture” (1985), „Stereotomy” (1986) and „Gaudi” (1987). Danach widmete sich Alan Parsons einige Zeit dem Musical „Freudiana“ (1990), das als Show ein Jahr lang am historischen Theater „An Der Wien“ in Österreich aufgeführt wurde. Dann trennten sich Parsons und Woolfson, der sich fortan stärker um Theaterarbeit kümmern wollte. Versuche, Woolfson und Parsons wieder zu vereinen, scheiterten ein ums andere Mal, sodass Parsons inzwischen unter dem rechtlich unbedenklichen Namen „Alan Parsons Live Project“ zusammen mit P.J. Olsson (Gesang), Godfrey Townsend (Gitarre, Gesang), John Montagna (Bass, Gesang) und Manny Focarazzo (Keyboards) unterwegs ist.

Ende August 2004 erschien nun mit „A Valid Path“ ein neues Soloalbum des Wahl-Kaliforniers, das ihn als aufmerksamen Beobachter des aktuellen Zeitgeistes ausweist. „Die Industrie ändert sich und ich spüre deutlich mein Bedürfnis, ein neues Publikum zu erreichen, ohne dabei meine eigene Identität aufzugeben“, erklärt Parsons die stilistischen Direktiven auf „A Valid Path“. Im Klartext bedeutet dies, dass Mr. Parsons sein Heil in der rein elektronischen Popmusik sucht. Dazu kollaboriert er mit zeitgemäßen Kollegen wie The Crystal Method, Shpongle und Uberzone sowie dem Pink-Floyd-Gitarristen David Gilmour, der den Opener „Return to Tunguska“ mit sphärischen Gitarrensoli veredelt.

Herausgekommen ist ein überwiegend instrumentales Album, das neue Strömungen in die Musik von Alan Parsons einfließen lässt, aber trotzdem der eigenen Identität treu bleibt. Klangtechnisch bewegen sich die neun Kompositionen im Spannungsfeld später Peter-Gabriel-Produktionen, gemischt mit Anleihen des „Enigma“-Projekts von Michael Cretu. Also elektronische Popmusik im Fahrwasser von Techno („Mammagamma 04“) und Ambient („Tijuaniac“) mit leichtem Ethno- bzw. World Music-Einschlag („Return to Tunguska“) in Text und Sound. Obwohl solch eine Mixtur schon lang nicht mehr die Krone der Innovation darstellt, beweist Parsons sein Gespür für ausgefeilte Soundteppiche und eine amtliche Produktion. Denn nichts ist schlimmer, als ein Werk mit schlappen Beats und ideenlosen Kompositionen.

Alles in allem ist „A Valid Path“ ein ordentliches Album, das die Alan-Parsons-Fans einigermaßen glücklich machen dürfte und mit „More lost without you“ sogar potenzielles Hitparadenfutter bereithält. Wer Böses im Schilde führt, könnte Herrn Parsons allerdings auch eine gezielte Anbiederung in Richtung der zurzeit angesagten Ambient- und Dance-Szene vorwerfen. Aber da wollen wir mal nicht so sein.

Anspieltipps:

  • Tijuaniac
  • Return to Tunguska
  • More lost without you
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