Plasticube - Odem - Cover
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Plasticube Odem


  • Label: Pate/SBF Records
  • Laufzeit: 68 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Das ist alles nur geklaut“ sangen dereinst die „Prinzen“. Und diese Textzeile schwirrt mir irgendwie durch den Kopf, als ich „Odem“, das Debütalbum von Plasticube aus Oberösterreich höre. Doch während dies die singenden Pop-Chorknaben dereinst noch ganz alleine wussten, werden sich dem Rock nicht abgeneigte Musikfans, die die 20 Lenze bereits überschritten haben, in diesem Fall wohl einig sein: „Grunge ist nicht tot! Denn Plasticube haben ihn wiederbelebt!“

Mit „Odem“ begibt man sich auf eine musikalische Zeitreise. Es trägt sich bei „Compass needle“ zu, als mir kurz die jungen Silverchair in den Sinn kommen. Und zwar als diese von zuckersüßen Streichern und Orchestern noch keinen blassen Schimmer hatten. Bei „Give again“ nimmt unweigerlich man das CD-Cover in die Hand um sich zu vergewissern, kein Urge Overkill-Album in Händen zu halten und manchmal scheint es, als hätte Eddie Vedder höchstpersönlich als Gastsänger auf „Odem“ Platz genommen. Und tatsächlich: Tracks wie „Complication conversation“ hätte wohl dessen Jungs von Pearl Jam Anfang der Neunziger wohl einen Welthit eingebracht.

Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Veraltet klingt das Ganze bei der jungen Truppe aus Österrreich noch lange nicht: Neben knackigen Riffs fügen sich auch sphärische, leise Klänge sowie treibende Drum-Beats überraschend gut in die Songstrukturen ein und ergänzen die Killer-Stimme von Frontmann Knef ausgezeichnet. So gehört etwa beim melodiösen „Mayflower“.

Plasticube rocken, keine Frage. Dass der Funke aber dennoch nicht ganz überspringt, hat vor allem einen Grund. Eigenständigkeit. Denn die klingt nach wie vor anders. Den Plasticube-Sound beschreiben, ohne mindestens drei andere Bandnamen zu verwenden? Kaum möglich. Noch. „Odem“ verbreitet starkes Handwerk, aber wenn`s drauf ankommt, zieht man dann doch lieber die Originale aus dem CD-Regal. Trotzdem: Ein mutiges Debut-Album in einer Zeit, in der 99 % aller jungen Bands ja doch nur die Sonnenbrillen ihrer Eltern aufsetzen und auf dem immer müder werdenden Retrorock-Gaul Platz finden wollen.

Anspieltipps:

  • Complication conversation
  • Mayflower
  • There goes my dad
  • Chamber no. 2
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