Sam Ragga Band - The Sound Of Sam Ragga - Cover
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Sam Ragga Band The Sound Of Sam Ragga


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 70 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Sam Ragga Band, die im letzten Jahr ihr Debütalbum „Loktown Hi-Fi“ auf Platz 22 der Albumcharts platzieren konnte, hat ihr zweites Album am Start, das die konsequente musikalische Weiterentwicklung der Band definiert: „The Sound Of Sam Ragga“. Das neue Album unterscheidet sich zum alten in mehreren Punkten. Zunächst fällt auf: Rap und Roots sind in den Hintergrund gerückt. Was „The Sound Of Sam Ragga“ nach vorn treibt, sind dicke Dancehall-Beats, die unwiderstehlich hypnotische Wirkung entfalten und brisante Tiefenwirkung entwickeln. Was weiterhin ins Ohr springt, ist die intensivierte Melodie- und Gesangsprägung, die das Album auszeichnet. Und schließlich: Die Zahl der Gaststars, respektive der Vokalisten, ist stark reduziert und die Texte sind fast durchgehend auf Englisch gehalten. Von Afro- und Latin-Einflüssen bis hin zu Funk und Rock: Stilrichtungen, die in den typischen Reggae-orientierten Sam Ragga-Sound eingeflochten wurden.

Die Vocalparts auf dem Album werden weitestgehend von Seanie T, Jessica McIntyre und Esther Cowens übernommen, die nun fest in den Kreis von Marc Wilkes (git), Ali Busse (b), Oliver Kusterer (kb), Hartmut Karez (dr) und Detlef von Boetticher (perc) aufgenommen wurden. Und ein Überraschungsgast durfte natürlich auch nicht fehlen, obwohl manch ein Purist dem mit Skepsis begegnen wird: Nena selbst bringt ihre besten Seiten zum Tragen und bereichert den Song „Schade“ mit Text und Stimme.

Inhaltlich überzeugt das Album durch eine entspannte Mischung aus persönlichen Themen und kritischer Gesellschafts-Betrachtung. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass die Vokalisten ihre Texte selbst schreiben und dabei aus eigener Erfahrung schöpfen. „Show Dem Who You Are“ und „I Have A Dream“ beschreiben zum Beispiel den immer noch grassierenden Rassismus. „Unhappy People“ greift ein ebenfalls aktuelles und heißes Thema auf: Machtgeile Regierungen und ihre Heuchelei gegenüber dem Volk. „Lalala Oohhh“ dagegen schafft eine Verbindung aus persönlicher und politischer Situation zum Thema Selbstkritik. Einen französischen Text schrieb Jessica, die eine französische Mutter hat: „Le Temps Vole“ ist ein mehrdeutiger Titel, der sowohl „Die Zeit rast“ aber auch „Die Zeit stiehlt“ bedeuten kann – nichts im Leben ist garantiert oder für immer.

Mit „The Sound of Sam Ragga“ gelingt der Sam Ragga Band ein gelungenes Nachfolger-Album zu „Loktown Hi-Fi“, welches Abwechslung pur garantiert und auch nach mehrmaligen Hören nicht langweilig wird. Raggae- und Dancehall-Fans machen garantiert nichts falsch, wenn sie sich das Album ins heimische Regal stellen. Aber auch an all diejenigen, die neugierig geworden sind sei gesagt: Reinhören lohnt sich.

Anspieltipps:

  • Schade
  • Hard Time Rock
  • I Like How She...
  • LaLaLa Oohhh (The Tyrant’s Inside)
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