Swosh! - The Whole Nine Yards - Cover
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Swosh! The Whole Nine Yards


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 63 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dem Ziel Deutschland kräftig zu rocken, veröffentlichen die fünf Jungs von Swosh! nach der EP „Walk On Left Of Pavement“ nun ihr Debütalbum „The Whole Nine Yards“ und lassen darauf ein wenig an Soundgarden oder Radiohead erinnern.

Ein besseres Entree hätte sich die Band aus dem Rhein-Neckar-Dreieck kaum wünschen können. Im letzten Jahr als Support von The Rasmus eine komplette Deutschlandtournee absolviert, war sie dem Publikum noch völlig unbekannt. Doch schon nach dem ersten Song wurden die Neulinge der Alternative-Rock-Szene jedes Mal frenetisch gefeiert, als wären sie selbst die Headliner. Jetzt also das Debütalbum. „The Whole Nine Yards“ – soll heißen, Swosh! haben hier alles gegeben, einhundert Prozent. Hatten sie bereits auf den fünf Songs ihrer EP mit dem wunderbaren Joseph-Beuys-Cover angedeutet, dass Assoziationen von Soundgarden bis Queens Of The Stone Age, von Muse bis Radiohead durchaus erlaubt sind, sich jedoch nicht zwangsläufig aufdrängen, zeigt das Quintett auf seinem Debüt eine größere Vielfalt, einen noch stärkeren Eigencharakter.

Dreh- und Angelpunkt von Swosh! ist Leadsänger und Gitarrist Tino Oac, der auch für die meisten Songs als Texter und Komponist verantwortlich zeichnet. Flankiert von den Gitarristen Mita Troup und Woolf Schönecker sowie vom präzisen Rhythmusgespann, Alex Nies am Schlagzeug und Enzo Miucci am Bass, entfesselt Tino Songs von emotionaler Wucht und stilistischer Finesse. Die auf dreieinhalb Minuten komprimierten Songs wie die Single „Spin Around“ sowie „Front Door“, „Over“ und „Sound Of Love“ demonstrieren, dass Swosh! durchaus in der Lage wären einen Track in den Charts zu platzieren. Andere Songs variieren das Tempo, wie etwa die von komplexer, fast barocker Architektur schimmernde Ballade „One“ oder das von Grunge geprägte, Gitarrengebirgsketten aufbauende Epos „In Vain“ mit einer Spieldauer von gut 15 Minuten. Ganz anders dagegen wirken urwüchsige Songs wie „Bound“, locker auf knochentrockenen Blues gebaut, oder das stoische aber auch ungemein elastische „Privacy“.

Leider kommt das Album bei weiten nicht an die oben genannten musikalischen Wegweiser heran, sodass da noch eine ganze Menge Arbeit auf die fünf Jungs wartet. Mit einem Durchschnittsalter von 25 Jahren haben sie dafür aber auch noch ein wenig Zeit. Vor allem die Stimme des Frontmannes Tino könnte ein wenig aus der Monotonie heraus kommen, da es sonst dabei bleibt, dass dem Zuhörer nach einigen Songs die Abwechslung zu kurz kommt. Die Songs selbst sind im Großen und Ganzen in Ordnung, ausbaufähig aber in Ordnung. Mal sehen wie es also weitergeht mit Swosh! und ihrem Versuch die Alternativ-Rock-Szene in Deutschland aufzumischen.

Anspieltipps:

  • Over
  • In Vain
  • Spin Around
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