April Moon - Suddenly September - Cover
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April Moon Suddenly September


  • Label: Kreakustik Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn wir uns wiederholen: Es ist mal wieder an der Zeit, dem Nachwuchs eine Chance zu geben, denn ab Mitte September ist stressbedingt Schluss damit. Schon jetzt türmen sich die Bemusterungen der kommenden Monate unheilsschwer in der Redaktion auf. Esist wirklich jedes Jahr dasselbe perverse Schauspiel. In kürzester Zeit werfen die großen Labels alles, was Rang und Namen hat, auf den Markt, um ein möglichst großes Stück vom Weihnachtskuchen abzubekommen. Für 2004 bedeutet dies, dass noch ca. 100 Alben von sogenannten Top-Acts beworben und verkauft werden wollen. So ein Wahnsinn!

Bevor der Horror beginnt, wollen wir uns mit der Mainzer Band April Moon beschäftigen, die bereits seit ein paar Jahren als Live-Band unterwegs ist und in diesem Jahr ihr Debütalbum „Suddenly September“ herausgebracht hat. Die acht Personen starke Gruppe steht für American Folk Rock der sanfteren Art – zumindest auf Platte – und für eine vielfältige Instrumentierung. Als Hintergrundinfo sollte man noch wissen, dass sich die Musiker Uwe Juras (Vocals), Laura Werner (Violine), Daniel Franz (Akustikgitarre), Sebastian Ritter (Bass), Jörn Mildner (Drums), Oliver Lanka (Akkordeon), Mike Brühl (Keyboards) und Jens König (E-Gitarre) bereits aus verschiedenen Bands aus dem Mainzer Raum kannten, ehe sie sich im Frühjahr zu dem Projekt April Moon zusammenschlossen. Hier ist offenbar zusammengewachsen, was zusammenwachsen sollte.

April Moon legen ein Debütalbum vor, das mit zehn Eigenkompositionen und zwei Coversongs daherkommt: Suzanne Vegas Klassiker „Luka“ und Nik Kershaws „Wouldn't it be good“, wobei „Luka“ hervorragend in den Bandsound integriert wurde, während „Wouldn't it be good“ als „Bass-T Remix” ziemlich aus der Rolle fällt und nicht dem Standard des Albums entspricht. Ebenso verzichtbar wäre das instrumentale Schlussstück „Shalah Doobah“ gewesen. Doch damit sind die Schwachstellen von „Suddenly September“ auch schon eingegrenzt. Was bleibt und wirklich zählt, ist eine professionelle Independent-Produktion mit druckvollem Sound und eingängigen Melodien. So überzeugt das Titelstück „Suddenly September“ als ausgereifter Folk-Pop mit Ohrwurmqualitäten und überragender Instrumentierung. Diesen Track sollten sich die Americana Spezialisten von Glitterhouse Records unbedingt mal anhören!

Ein weiterer Pluspunkt des Albums: Durch wechselnde Stimmungen wirken die Songs nie langweilig oder vorhersehbar. Ob verträumte Melancholie („Pray to the moon“), sonnige Sommerstimmung im Hothouse-Flowers-Stil („Won’t go), düstere Mollklänge, die in ihrer Struktur an die späten Crash Test Dummies gemahnen („Treat you better“) oder an Everlast erinnernde Düster-Romantik („Emotional high“) - April Moon machen sich sehr gut in den Fußspuren der großen Vorbilder und legen ein gelungenes erstes Album auf die Bretter. Nur einmal geht die Band etwas zu weit, indem sie sich bei „One of a kind“ mehr als deutlich an den Kollegen von Fury In The Slaughterhouse orientiert. Wer den Song „Radio Orchid“ von den Hannoveranern kennt, wird merken, dass April Moon hier einige Noten einfach übernommen haben. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Wer Lust auf handgemachte, unverbrauchte Folk Musik hat, sollte sich „Suddenly September“ auf der Band-Homepage bestellen oder auf einem der nächste Konzerte abgreifen. Es lohnt sich!

Anspieltipps:

  • Emotional high
  • One of a kind
  • Treat you better
  • Pray to the moon
  • Suddenly september
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