Juli - Es Ist Juli - Cover
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Juli Es Ist Juli


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Juli bieten mittelprächtige Popmusik für die „Top Of The Pops“-Generation.

Sie waren im letzten Jahr das unbestrittene Phänomen in der deutschsprachigen Pop- und Rockmusik: Wir Sind Helden. Jetzt streiten sich gleich zwei Bands um die Nachfolge – wenigstens so lange, bis die Helden im nächsten Jahr mit einer neuen Platte nachlegen. Die Rede ist von Silbermond aus Bautzen und Juli aus Gießen – zwei Gruppen, die wie Wir Sind Helden auf eine Frau am Mikro und auf frische, unverbrauchte Popmusik mit rockiger Gitarrenunterstützung setzen. Doch während Silbermond mit dem Album „Verschwende Deine Zeit“ und der Single „Durch die Nacht“ schon seit ein paar Wochen für Furore sorgen, ziehen die Fünf von Juli mit Single und Album gerade erst nach.

Mitte September erscheint das erste Album „Es ist Juli“ von Eva Briegel (Vocals), Andreas Herde (Bass), Jonas Pfetzing (Gitarre), Marcel Römer (Drums) und Simon Triebel (Gitarre), das nach der tollen Single „Perfekte Welle“ schon sehnsüchtig erwartet wird. Die Band Juli schreibt seit ihrer Teennager-Zeit Texte, in denen sie mal reflektierend, mal verzweifelt versucht, ihr aufregendes Gefühlsleben in adäquate Songs umzusetzen. Diese Gedanken in Lieder zu packen, verbindet seit Ende der 90er Jahre die vier männlichen Mitstreiter, alle zwischen 21 und 23 Jahren jung, mit Sängerin Eva Briegel.

Sommer, Sonne, gute Laune – so definiert sich die Band mit dem treffenden Namen Juli. Aber auch sensibel, zerbrechlich, trotzig, laut, heftig, intelligent, leidenschaftlich, subjektiv, überraschend, lyrisch, traurig, spannend und emotional möchte Juli auf die Zuhörer wirken. Kurz: Das Paradebeispiel einer modernen, aufregenden Popband, die „keine Angst vor Klischees hat, solange sie echt sind“. Ob dies gelingt? Nun ja, auf jeden Fall nicht mit diesen Texten, die doch um einiges von denen der wunderbaren Judith Holofernes entfernt sind. Aber auch das Songwriting bietet nicht wirklich Neues. Hier eine eingängige Melodie („Sterne“), dort ein bisschen Melancholie („Tage wie dieser“), hier etwas Rock („Tränenschwer“), dort ein wenig Akustik-Pop („Regen und Meer“) oder eine traurige Ballade („Wenn du lachst“). Hauptsache schön radiotauglich, ohne große Ecken und Kanten. Das ist zwar alles ganz nett – aber auch ziemlich verzichtbar, weil tausendfach gehört!

Fazit: Juli bieten mittelprächtige Popmusik für die „Top Of The Pops“-Generation. Sommerlich flott, unbeschwert und leicht zu verdauen, trotz E-Gitarren-Einsatz. Dazu kommt eine hübsche Frontfrau für die Titelblätter und fertig ist das „Wir Sind Helden“-Plagiat. Typisch Plattenfirma eben. Kaum hat jemand mit einem Konzept Erfolg, werden rudelweise mittelmäßige bis schlechte Kopien ins Rennen geschickt. Muss das wirklich sein? Oder meint Ihr etwa, Juli sind bei dieser Rezension zu schlecht weggekommen? Dann lasst Euch gesagt sein, dass die 12 Songs des Debütalbums auf der vorliegenden Promo-CD nur jeweils für eine Minute angespielt werden. Und damit soll man dann ein aussagefähiges Review basteln? Tja, Freunde, so läuft das eben nicht! Wer auf vernünftige Promotion setzt, sollte sich erst mal über vernünftige Bemusterung im klaren sein. Ausbaden muss es am Ende nämlich der Künstler!

Anspieltipps:

  • Sterne
  • Anders
  • Tränenschwer
  • Perfekte Welle
  • Regen und Meer
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