Alter Bridge - One Day Remains - Cover
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Alter Bridge One Day Remains


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„One Day Remains“ ist ein modernes Hardrock-Album, mit dem man nicht viel falsch machen kann.

Creed zählen zu den erfolgreichsten Rockbands der jüngeren Musikgeschichte. Die Band setzte in ihrer recht kurzen Existenz weit über 30 Millionen Tonträger ab, bis sie sich im Sommer 2004 wegen kreativer Differenzen offiziell trennte. Das laute Hurra der nicht wenigen Verächter der christlich angehauchten Pathos-Rocker hallt noch heute nach. Doch zu früh gefreut! Kaum ist Creed in die ewigen Jagdgründe eingegangen, ist mit Alter Bridge bereits die Nachfolgeband am Start. Hinter Alter Bridge verbergen sich die kreativen Ex-Creed-Köpfe Mark Tremonti (Gitarre), Scott Phillips (Drums) und Brian Marshall (Bass). Dazu gesellt sich Sänger Myles Kennedy (Ex-Mayfield-Four). Zusammen hat man das Album „One Day Remains“ eingespielt, das von Ben Grosse (Sevendust, Fuel, Filter) produziert wurde.

Das ging aber verdächtig flott! Im Juni wurde das Ende von Creed bekannt gegeben und ein Vierteljahr später liegt bereits ein neues Album ohne den als etwas schwierig geltenden Sänger Scott Stapp vor. Es kriselte also bereits länger bei Creed. Und Mark Tremonti gibt zu, dass er schon Ende 2003 mit der Suche nach einem Sänger begonnen hatte. Er erinnerte sich an Myles Kennedy, den Shouter der Band Mayfield Four, die Creed auf ihrer ´98er-Welttournee supporteten. Er wurde zu Proben nach Orlando eingeladen und stellte sich als der perfekte Sänger für den Alter-Bridge-Sound heraus. Und Kennedy versteht es tatsächlich, dem nur unwesentlich veränderten Soundgerüst der Mark-Tremonti-Kompositionen, mit einer perfekt ausgebildeten Rockstimme Nachdruck zu verleihen. Deshalb lässt sich in Bezug auf Alter Bridge relativ schnell die Feststellung machen: Wer Creed mochte und auf satt produzierten Mainstream-Hardrock steht, wird mit „One Day Remains“ die erhoffte Vollbedienung aus eingängigen Melodien und vollfetten Gitarrenriffs bekommen. Passionierten Creed-Hassern kann aber auch dieses Album kaum ans Herz gelegt werden.

Zwar sind Tremontis Songs noch immer mit einer grundlegenden Härte ausgestattet („Find the real“ klingt zum Beispiel wie eine melodischere Ausgabe von Zakk Wylde’s Black Label Society), doch der Bezug liegt eindeutig im Mainstream. So präsentiert der Vierer aus Orlando mit „Open your eyes” und „Broken wings“ zwei Songs, die im allgemeinen Rock-Sprachgebrauch als Power-Balladen bezeichnet werden. Für viele ein Grund, um schreiend davonzulaufen. Andere hingegen schätzen diese ganz speziellen „Big Tunes“. Und so trennt sich eben die Spreu vom Weizen. Dass Alter Bridge ihr Handwerk trotzdem beherrschen, zeigen Stücke wie das treibende „One day remains” oder „Shed my skin“, in dem sich Tremonti mit Ereignissen aus seiner Vergangenheit beschäftigt, die ihn zu dem Mensch machten, der er heute ist. Schwierig wird es halt immer dann, wenn Texter, Songschreiber und Gitarrist Mark Tremonti zu sehr in Bon-Jovi-Regionen abdriftet. So etwa bei „In loving memory“, das den Tod seiner Mutter behandelt. Hier wird schon arg auf die Tränendrüse gedrückt. Aber das gehört zu dieser Art von Musik wohl dazu.

Trotzdem: „One Day Remains“ ist ein modernes Hardrock-Album, mit dem man nicht viel falsch machen kann. Wer sich mit Creed identifizieren konnte, wird auch mit Alter Bridge glücklich werden. Denn die Zutaten sind dieselben – und die waren ja auch vorher nicht die schlechtesten. Was gibt’s da noch zu diskutieren?

Anspieltipps:

  • Broken wings
  • Shed my skin
  • Open your eyes
  • Down to my last
  • In loving memory
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