Michel Van Dyke - Bossa Nova - Cover
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Michel Van Dyke Bossa Nova


  • Label: Home Records/SONY
  • Laufzeit: 41 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

van Dyke gibt an, kein Freund von seichter Unterhaltungsmusik im Stile der 60er Jahre zu sein. Warum hat er sich dann mit der Interpretation eben dieser auseinandergesetzt?

Mensch, der Michel traut sich was! Das neue Album „Bossa Nova“ von Michel van Dyke widerspricht nämlich der aktuellen Diskussion über Ökologie und effizientem Umgang mit Rohstoffen in unserer Zeit. Hätten sich die Verantwortlichen für dieses Machwerk darüber Gedanken gemacht, so wären Sie sicherlich zu dem Ergebnis gekommen, dass für dieses Produkt keine Ressourcen verschwendet werden dürfen.

Gewiss harter Tobak, aber rein musikalisch bietet Michel van Dyke auf seinem siebten Werk nichts als belangloses Geklimper, gepaart mit äußerst dürftigem gesanglichen Können und sich in Allgemeinplätzen bewegenden Texten. Getreu dem Motto „Rudi Rammlers Rüttelreime“, verpackt van Dyke harmlosen Pseudojazz oder jede andere beliebige Musikrichtung zu einem Album, das noch nicht einmal als Kaufhaus- oder Fahrstuhlmusik zum Einsatz kommen wird, da die Menschen zum Kaufen animiert und nicht schläfrig gemacht oder gar verjagt werden sollen. Für so einen erfahrenen Künstler ganz sicher ein enttäuschendes Endergebnis, bei dem man mit einiger Gehässigkeit fragen könnte, warum wir eigentlich auch dann von Musik sprechen, wenn lediglich verschiedene Rhythmen mit einer Aneinanderreihung von durch Instrumenten hörbar gemachten Noten verbunden werden.

Was kann man dem Künstler nach diesem offensichtlichen Flop raten? Laut der zu dieser CD mitgelieferten Presse-Info, hat sich Michel van Dyke in früheren Zeiten mit der Malerei beschäftigt, bis er merkte, dass er als Musiker mehr Talent hätte. Vielleicht fehlte es ihm diesmal einfach an der Gabe, den speziellen Sound des Bossa Nova, der gleichbedeutend für den Lebensstil in den 60er Jahren war, Bildhaft zu machen. Also zurück zu den Wurzeln? Sagen wir es mal so: Wir wissen nicht, von welchem Talent der Künstler spricht, wenn er von sich als Maler berichtet. Gehen wir aber mal davon aus, dass er in diesem Bereich mit mehr Geschick agierte.

Michel van Dyke gibt an, kein Freund von seichter Unterhaltungsmusik im Stile der 60er Jahre zu sein. Warum hat er sich dann mit der Interpretation eben dieser auseinandergesetzt? So kann der Hörer nur konstatieren, dass selbst die seichteste U-Musik aus dieser Ära im Vergleich mit dem vorliegenden Machwerk mehr Swing, Groove und Unterhaltungswert hat. Unterm Strich ergeben die elf Stücke auf „Bossa Nova“ ein absolut verzichtbares Album ohne musikalischen Tiefgang und textliche Highlights. Dem Autor dieser Zeilen war es deshalb auch kaum möglich, hörenswerte Stücke als Anspieltipps vorzuschlagen, da alle Songs im Wesentlichen gleich nichtssagend sind.

Anspieltipps:

  • Kriegenwirschonwiederhin
  • Ich nehme es zu schwer
  • Wir tun es trotzdem
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