Stone Temple Pilots - Core - Cover
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Stone Temple Pilots Core


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 54 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Core“ ist ein herausragendes Album für Anhänger harter Rockgitarren, die zudem auf das ganz spezielle Feeling des Grunge-Rock stehen.

Seit Mai 2003 singt er für Velvet Revolver. Doch die Schlagzeilen sind noch immer dieselben, als er noch für die Stone Temple Pilots tätig war: Scott Weiland, der die Rockwelt mit seiner Drogensucht und daraus resultierenden Gefängnisaufenthalten seit über zehn Jahren in Atem hält. Trotzdem gehört er zu den angesehensten Rocksängern seiner Generation, da seine Stimme echten Wiedererkennungswert besitzt. Würde der liebe Scott doch nur drogenfrei bleiben... Seine ehemaligen Mitmusiker Robert und Dean De Leo, sowie Eric Kretz touren mittlerweile mit Ex-Eagles-Legende Joe Walsh. Das bedeutet de facto das Ende einer der Grunge-Sensationen der 90er Jahre.

Die Geschichte der Stone Temple Pilots begann eigentlich schon 1987. Doch die endgültige Besetzung mit Bassist Robert De Leo, Gitarrist Dean De Leo, Drummer Eric Kretz und Sänger Eric Kretz fand sich erst 1992 - fünf Jahre später. In diesem Jahr zogen die Stone Temple Pilots auch ihren Deal mit Atlantic Records an Land. Doch schon auf ihrer ersten großen Tour mit Megadeth und Rage Against The Machine fällt die Band durch ihre Drogenprobleme negativ auf, die sich wie ein roter Faden durch die ganze Bandhistorie ziehen. Mit den Jahren wurden besonders Scott Weilands Eskapaden immer schlimmer. Doch das ändert nichts an der Bedeutung der Band für die Musikgeschichte und ist Grund genug, das erste von insgesamt fünf Alben der Grunge-Rocker zu durchleuchten.

Ihr Debütalbum „Core“ (1992) erschien in der Blütezeit des Grunge und verkaufte sich alleine in den USA 8 Mio. Mal. Damit waren die Stone Temple Pilots eine ernstzunehmende Konkurrenz für die prominentesten Grunge-Vertreter Alice In Chains, Nirvana und Pearl Jam. Der „Core“-Produzent war kein geringerer als Brendan O'Brian, der nicht nur Pearl Jam und Soundgarden zum Erfolg führte, sondern auch heute z.B. für Incubus verantwortlich ist. Für die Musik der Stone Temple Pilots zeichnete sich hauptsächlich Gitarrist Robert De Leo verantwortlich, während Frontmann Weiland die Texte verfasste.

Gleich die ersten drei Stücke auf „Core“ legen ein gutes Tempo vor: „Dead and bloated“ beginnt erst leise und verhalten, steigert sich aber im Verlauf zu einem fulminanten Bassgewitter. „Sex type thing“ und „Wicked garden“ sind Beweise für die mitunter extrem rockige Grundeinstellung der Band. Eher untypisch ist deshalb „No memory“, ein rein akustisches Stück. Mit der erfolgreichen Single „Creep“ zeigt sich einmal mehr, dass insbesondere Hardrockbands in der Lage sind, gefühlvolle Balladen zu produzieren. „Piece of pie“ ist dann wieder ein Vertreter des typischen Sounds Stone Temple Pilots. Die Melodie ist äußerst einprägsam und der Bass wurde eher ungewöhnlich in den Vordergrund gemischt. Der bekannteste Singlehit des Albums, „Plush“, vereint wieder die ausdrucksstarke Stimme Weilands und Gitarrenriffs der Extraklasse. Dieses Stück gehört definitiv in dieselbe Kategorie wie „Smells like teenspirit“ von Nirvana!

Zusammengefasst ist „Core“ ein herausragendes Album für Anhänger harter Rockgitarren, die zudem auf das ganz spezielle Feeling des Grunge-Rock stehen. Ähnlichkeiten mit den frühen Pearl Jam sind deshalb nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem oder gerade deshalb ist dieses Werk ein unbestrittener Klassiker der 90er Jahre, auch wenn die Stone Temple Pilots nie dasselbe Ansehen genossen wie Nirvana, die Screaming Trees oder Soundgarden. Vielleicht war die Band dafür einfach eine Spur zu stylish.

Anspieltipps:

  • Plush
  • Creep
  • Where the river goes
  • Dead and bloated
  • Wicked garden
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