Caroline Lavelle - A Distant Bell - Cover
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Caroline Lavelle A Distant Bell


  • Label: Ringing Tree Records/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Höchstwahrscheinlich ist der Name Caroline Lavelle nur Insidern ein Begriff, bzw. Menschen, die sich ab und an mit dem Booklet einer CD beschäftigen oder sich dafür interessieren, von welchen Musikern „ihr“ Star auf der Bühne begleitet wird. Zu eben diesen kreativen Kräften im Hintergrund gehört auch Caroline Lavelle. Die klassische Cellistin aus Sussex, England arbeitete u.a. für Peter Gabriel, Laurie Anderson, Nigel Kennedy, Siouxie & The Banshees, Ruyichi Sakamoto, The Waterboys, The Chieftains, Loreena McKennitt und The Cranberries. Zudem brachte mit „Spirit“ (1995) und „Brilliant Midnight“ (2001) zwei von der Kritik hoch gelobte Soloalben heraus.

Die Ursprünge der vielbeschäftigten Session- und Live-Musikerin liegen in der traditionellen irischen Musik. Trotzdem experimentierte sie in der Vergangenheit mit modernen, elektronischen Einflüssen aus TripHop, Drum & Bass und Ambient, was zu Kollaborationen mit William Orbit und der Band Massive Attack führte. In diesen Tagen bringt Caroline Lavelle ihr drittes Album „A Distant Bell“ auf den Markt, das sie wieder „back to the roots“ führt. Die elektronischen Klänge der vorangegangenen Werke sind romantischen Einspielungen, ganz in der Tradition englischer Folk Musik, gewichen, ohne in den Bereich der Volksmusik abzudriften oder gar auf bierselige Pub-Beschallung zu machen. Viel mehr legt die Multiinstrumentalistin ein Dutzend atmosphärisch ruhige Songs in bester Singer/Songwriter-Manier vor, die fast durchgehend akustisch gehalten und mit klassischen Instrumenten wie Tin Whistle, Violine, Akkordeon, Piano, Cello und Gitarre eingespielt worden sind. Darüber hinaus wurde das Scottish Festival Orchestra verpflichtet, das bei gut der Hälfte der Songs auf „A Distant Bell“ zum Einsatz kommt und durch eine gefühlvolle Untermalung der fragilen Kompositionen zu überzeugen weiß.

Caroline Lavelle singt mit einer prägnant dunklen Stimme und gibt den Songs damit eine ganz besondere Atmosphäre aus düsterer Romantik und organischen Arrangements. Vergleiche mit Beth Orton, Enya, Claire Kenny oder auch Kate Bush fallen deshalb schwer. Ein passende Schublade für das Gesamtwerk Caroline Lavelles erscheint kaum greifbar. Nichtsdestotrotz wird der Hörer mit „A Distant Bell“ für eine knappe Stunde aus der Hektik des Alltags entführt und in ein sanftes Bett aus einschmeichelnden Melodien auf folkloristischer Basis gelegt. Mit ihrem dritten Album schafft es Caroline Lavelle schon nach kurzer Zeit, den Hörer in eine andere Welt zu versetzen. Ihre Songs strahlen - ohne langweilig zu sein - die Gelassenheit des englischen Landlebens aus, in dem man sich auf anhieb geborgen und aufgehoben fühlt. Eine Rückkehr zu musikalischen Wurzeln, die hörbar gut tut.

Anspieltipps:

  • Too late
  • So uncool
  • Simply lyric
  • Innocence sleeping
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