Lucia - From The Land Of Volcanos - Cover
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Lucia From The Land Of Volcanos


  • Label: Soulfood/SONY
  • Laufzeit: 54 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor gut 20 Jahren erblickte die Elektro/Industrial-Band KMFDM das Licht der Welt. Gegründet von Sascha Konietzko und Udo Sturm, wurde das Line-Up mit den Engländern Raymond Watts und En Esch vervollständigt. KMFDM waren in den 80er Jahren ein Geheimtipp in der Industrial-Szene und erlangten auch in den USA einigen Ruhm. Anfang 1999 lösten sich die Band auf und veröffentlichte mit dem Album „Adios“ ihren Abschiedsgruß. Sascha Konietzko, Tim Skold (Ex-Shotgun Messiah) und Lucia Cifarelli (Ex-Drill) machten unter dem Namen MDFMK weiter. Nach langen Querelen erscheint jetzt das erste Soloalbum „From The Land Of Volcanos“ von Lucia Cifarelli.

Die aus Long Island stammende Lucia startete ihre Karriere in einer Band namens Drill. Die düstere Cyber-Rockband stand bei A&M Records unter Vertrag, veröffentlichte ein gleichnamiges Debütalbum, etablierte eine starke Kult-Fangemeinde und ging mit Acts wie Marilyn Manson, Stabbing Westward und Gang Of Four auf Tour. Doch wie so häufig, bereitete das heute übliche Plattenfirmengeplänkel dem Ganzen ein jähes Ende. Nach einer langen Zeit der Frustration, startete Lucia einen Versuch als Solokünstlerin und konnte mit einem 2-Song-Demo einen Vertrag bei Universal ergattern. Die Aufnahmen für ihr erstes Album fanden in London statt und förderten einige interessante Songideen zu Tage, die allerdings nicht veröffentlicht werden sollten, da Universal den Vertrag mit Lucia aufkündigte. Lucia bat Universal um die Rückgabe ihrer Albumrechte und ließ ein paar Tausend CDs für eine KMFDM Tour pressen, in der Hoffnung jeden Abend ein paar davon zu verkaufen. Die Resonanz war jedoch überwältigend. Das war aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Der deutsche Produzent und Manager, Rainer Hänsel, der die Geschicke solch illustrer Acts wie Rose Tattoo, Robin Gibb, Motörhead und AC/DC leitet bzw. geleitet hat, hörte Lucias Album und war sofort begeistert. Schnell wurde der Entschluss gefasst, das Album offiziell zu veröffentlichen. Und Ende September ist es endlich soweit. Die 12 Songs von „From The Land Of Volcanos“ stehen erstmals regulär im Handel. Doch wer von Lucia Cifarelli einen ähnlich radikalen Sound wie von KMFDM erwartet, wird mit dieser CD bitter enttäuscht. „From The Land Of Volcanos“ ist ein reinrassiges Popalbum mit minimalen Rock- und Industrialeinflüssen, die noch nicht mal sonderlich originell sind. Lucia bietet mehr oder weniger simple Musik an, die in den besseren Momenten wie Garbage klingt („Monkey puzzle tree“, „Little rose“), in der übrigen Zeit aber einfach nur belanglos vor sich hin plätschert

Lassen Tracks wie „So clever“, „I don’t care“ oder „We are angels“ ob der feinen Hooklines anfänglich noch aufhorchen, verliert das Album schon bald seine Strahlkraft und ergeht sich in Allerweltspopmusik von der Stange. Dabei steckt in einigen Kompositionen durchaus Potenzial, das aber nicht ausgereizt wird („Northern star“). So ist z.B. das atmosphärische „Fear“ gewiss keinen Deut schlechter, als die meisten Popsongs, die heute auf MTVIVA und im Radio stattfinden. Aber ist das wirklich ein Kaufanreiz? Wohl kaum! Und deshalb ist das erste Soloalbum von Lucia Cifarelli auch zum Scheitern verurteilt. Denn wer braucht schon eine ganze CD voll mit durchschnittlichen Popsongs ohne Höhepunkte?

Anspieltipps:

  • Fear
  • We are angels
  • Who asked you
  • Feels like summer
  • Monkey puzzle tree
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