Diverse - Das Amiga Schlagerarchiv 1947-1990 - Cover
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Diverse Das Amiga Schlagerarchiv 1947-1990


  • Label: Hansa/BMG
  • Laufzeit: 1200 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
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Manche werden jetzt vielleicht denken: Was´n das?, Musik oder was? Muss das sein? Tja Freunde, ich denke, dass muss nicht sein, das kann aber. Denn Musik ist ein weites Feld. Wieso also nicht auch mal über die Dörfer gehen, mal in Nischen schauen, bzw. sich mit Nostalgie – der Sehnsucht nach alten Zeiten – umgeben, sich aber auch mal mit der Tradition guter alter Schlagermusik beschäftigen und auseinandersetzen.

Wir widmen uns einer der bekanntesten deutschen Plattenfirmen, die bis ins Jahr 1990 über 43 Jahre Musik erschuf: Amiga. 1947, ein Jahr des Umbruchs. Viel war los in Deutschland, so auch auf dem Markt der Musik und Melodien. Es gab die ersten Radios und mancher hatte daneben noch einen Schellack-Plattenspieler. Furore machte zu diesem Zeitpunkt eine neue Plattenfirma. Amiga (Lied der Zeit GmbH) brachte die Hits des Jahres u.a. von Walter Dobschinski und Kurt Hohenberger, Bully Buhlan und Rita Paul heraus. Neuartige Schlager, von Jazz und Swing beeinflusste Musik, die elektrisierte. Das Label galt bereits in den ersten Nachkriegsjahren mit Recht zu den führenden in Deutschland. Erfolgsnummern aus Amerika wurden adaptiert, aber auch neue deutsche Komponisten und Texter traten ins Rampenlicht.

Ab 1956 verändert sich der Markt für Amiga wesentlich. Die DDR wurde gegründet und als ansässige Plattenfirma im Osten der Stadt Berlin, ging das musikalische Leben nun einen anderen Weg. Schlagerproduktionen aus der DDR luden nun zum Tanzen, Träumen und Erinnern ein. Musik aus Defa-Filmen hatte Hochkonjunktur, viele Ost-Schlager, aber auch West-Schlager eroberten sich Marktanteile. Einen Gegenpol zur Schlagerszene in der DDR, setzte Anfang der 60er die sogenannte Singebewegung – Lieder mit politischem Inhalt, geschickt verpackt, standen im Mittelpunkt. Doch sie konnten dem Schlager keine Konkurrenz bieten. Zu Beginn der 70er Jahre lebte und boomte die Schlagerszene mehr denn je. Von lustig bis gehobene Unterhaltung – Die Welt des Schlagers war äußerst bunt.

Die 80er Jahre veränderten den Schlager der DDR immer mehr hin zum Rocksong. Die Entwicklung tat dem gesamten Genre gut und sorgte für einen großen Aufschwung. Stars der damaligen Szene waren wie Frank Schöbel, Inka und IC repräsentierten den Schlager der DDR in allen Facetten. Doch die rosigen Zeiten des Schlagers in der DDR pfiffen aus dem letzten Loch. Oktober 1990 – das Ende der DDR war leider auch mit dem Ende des Plattenlabels Amiga verbunden. Damit ging eine lange Ära von einem Tag auf den anderen zuende. Der Schlager der DDR hatte plötzlich ausgedient.

Mit einem Schlagerarchiv der besonderen Art, das den Ost-Schlager auf gewisse Weise als Kulturgut schützen möchte, präsentiert sich die ehemalige Kult-Plattenfirma und rückt die Musik der damaligen Zeit in ein neues, so noch nie gehörtes Licht. „Honeckers Musikantenstadl“ ist nicht mehr. Dennoch, Amiga öffnet seine Pforten und lässt die waren Musikliebhaber und/oder Musikforscher hinter die Kulissen blicken. Nun können alle aus dem Vollen schöpfen. Sicher, für den ein oder anderen ist diese Serie vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Wer jedoch Spaß an der Geschichte des Schlagers, und besonders des Schlagers der DDR, hat, und wer sich mit der Musik im Allgemeinen etwas genauer beschäftigen möchte, hat mit dem Amiga Box-Set das Passende Archiv zur Hand, das sich auch sehr gut für den Musikunterricht eignet.

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