The Tea Party - Seven Circles - Cover
Große Ansicht

The Tea Party Seven Circles


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Bald feiert die kanadische Band The Tea Party ihr 15-jähriges Jubiläum. Doch obwohl es das Trio in seiner Heimat zum Superstarstatus gebracht hat, reichte es nie für den großen, weltweiten Durchbruch. Auch in Deutschland genießen die Ahornblätter Jeff Martin (Vocals, Gitarre), Stuart Chatwood (Bass) und Jeff Burrows (Drums) das Image eines Geheimtipps, dessen CDs von einer kleinen, aber feinen Fangemeinde regelmäßig gekauft werden. Deshalb wird es eine ganze Menge Menschen freuen, dass mit „Seven Circles“ das mittlerweile neunte Album von The Tea Party in den Startlöchern steht und nur noch auf einen Veröffentlichungstermin in Europa wartet.

Sicher mag auch der typische Sound der Kanadier dazu beigetragen haben, dass ihre Alben nie wirklich als massentauglich bezeichnet werden konnten. Die Mischung aus komplizierten Kompositionen und direkt auf die Zwölf gespieltem Hardrock, kombiniert mit exotischen Instrumenten und psychedelischen Zutaten aus dem Doors-Fundus, verlangt auf jeden Fall nach erhöhter Aufmerksamkeit, die nicht jeder Hörer bereit ist zu erbringen. Doch The Tea Party haben inzwischen auf diese Situation reagiert und mit dem letzten Album „The Interzone Mantras“ (2001) ein weitaus zugänglicheres Werk vorgelegt, das stärker als früher in der „einfachen“ Rockmusik verwurzelt ist. „Seven Circles“ nimmt diese Entwicklung auf und führt die Band in eine neue Richtung, ohne auf die gewohnten mystischen Anspielungen zu verzichten.

Das Album wurde in den vergangenen zwei Jahren, während einer extrem schwierigen Phase der Musiker geschrieben. Bei ihrem langjährigen Band-Manager Steve Hoffman wurde nämlich Lungenkrebs diagnostiziert, woran Hoffmann 38-jährig im November 2003 verstarb. Diese Situation nahm natürlich starken Einfluss auf das Songwriting, das nach Angaben von Sänger und Gitarrist Jeff Martin um einiges ehrlicher und deutlicher in der Aussage ausgefallen ist. Aufgenommen wurde „Seven Circles“ mit Produzent Gavin Brown (Billy Talent, Three Days Grace, Thousand Foot Krutch) in den Orange Studios in Toronto und mit Studio-Ikone Bob Rock (Metallica, Bon Jovi, Bryan Adams) in den Plantation Studios auf Hawaii.

Die dabei entstandenen elf Tracks zählen zum Härtesten, was The Tea Party jemals auf Platte gepresst haben. Kurz gesagt: ein sattes Bündel hochklassiger Rocksongs, bei höchstens zwei Ausfällen und einer ganzen Menge Überraschungen. So liefert das Trio aus Toronto mit „Empty glass“ und „Stargazer“ zwei hypnotische Rocksongs ab, die ihre David-Bowie-Einflüsse nicht verbergen können und wollen. Dunkel grollende Bässe und messerscharfe Gitarrenriffs aus der Funk-Metal-Abteilung werden dagegen bei „Writing’s on the wall“, der ersten Single, und „Overload“ aufgeboten, die man im ersten Moment als lupenreine Audioslave-Songs bezeichnen würde. Doch hier ist nicht Saitenzauberer Tom Morello, sondern Jeff Martin am Werk. Stark!

Wie gesagt, gibt es auf „Seven Circles“ kaum Ausfälle zu verzeichnen. Selbst Halbballaden wie „Oceans“ oder progressiv ausgelegte Rocker mit orientalischen Einflüssen („Luxuria“) funktionieren prächtig. Damit gelingt The Tea Party eine starke Rückmeldung an allen Fronten der modernen Rockmusik, die nicht nur alten Fans gefallen dürfte, denn „Seven Circles“ hat durchaus das Potenzial, neue Käuferschichten zu erschließen. Wer hätte das nach so vielen Jahren gedacht?

Anspieltipps:

  • Oceans
  • Luxuria
  • Stargazer
  • Coming bach again
  • Writing’s on the wall
Neue Kritiken im Genre „Rock“
9/10

Marbles In The Park
  • 2017    
Diskutiere über „The Tea Party“
comments powered by Disqus