A Perfect Circle - eMOTIVe - Cover
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A Perfect Circle eMOTIVe


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein stimmigen Albums, welches jedoch Längen aufweist und so manchen Ausbruch aus dem atmosphärischen Gesamtkontext vermissen lässt.

Die Teilzeit-Supergroup um Tool-Frontmann Maynard James Keenan präsentiert mit „eMOTIVe“ eine größtenteils aus Coverversionen bestehende „Zusammenstellung von Songs über Krieg, Frieden, Liebe und Habsucht“, wie es A Perfect Circle persönlich beschreiben. Die konservative, menschlich bedenkliche Politik von US-Präsident George W. Bush und seinen Mannen gilt als Antrieb für dieses ambitionierte Werk, auf dem Songs u. a. von John Lennon, Marvin Gaye, Devo und Depeche Mode in den atmosphärisch dichten Sound von A Perfect Circle transferiert werden und mit Nachdruck die bisher in den Alben „Mer De Noms“ und „Thirteenth Step“ nachzuhörende Eigenständigkeit unterstreichen.

Marilyn Mansons bessere Hälfte Jeordie White (alias Twiggy Ramirez) wirkt ebenso auf „eMOTIVe“ mit wie Ex-Smashing Pumpkin James Iha, der sich an gewohnter Position mit der Gitarre vergnügt. Josh Freese (Drums) und Billy Howerdel (Songwriting, Gitarre) komplettieren das Lineup und erweisen sich als künstlerisch wertvolles Gespann mit reichlich Tiefgang. Der Evergreen unter den sozialkritisch geprägten Protestsongs, „Imagine“ von John Lennon, gibt sich melancholisch bis düster und vor allem schwebend. Keenan intoniert die sehr hoffnungsvollen Lyrics auf fragile Art und Weise, ohne die Aussage des Stückes dadurch zu schmälern. Musikalisch stilvoll werden Songs aus unterschiedlichsten Stilrichtungen zusammengefügt, um die Grundaussage der Anklage und Kritik auch in den Tönen zu vereinen. Black Flags „Gimmie Gimmie Gimmie“ kommt bedrohlich und teils aggressiv daher, ohne die sehnsuchtsvolle Stimmung durch übertriebene Aggressionen zu stören. Glockenspiel und vertracktes Drumming lassen den Depeche Mode-Hit „People Are People“ in ungewohntem und doch angebrachtem Stil erscheinen, während Devos „Freedom Of Choice“ geniale Gitarrensounds und hymnische Details in Richtung Indie-Tanzfläche schmettert. Das musikalische Gewissen der Band, Billy Howerdel, wagt sich erstmals an´s Mikro und gibt den beiden letztgenannten, wie auch Elvis Costellos „Peace, Love And Understanding“, seine eigene Note, die eine gute Abwechslung zum hinlänglich bekannten Gesang eines Keenan darstellt.

Zwischen dem neuen A Perfect Circle-Song „Passive“ und insgesamt 10 Coverversionen gesellt sich in Form von „Counting Bodies Like Sheep...“ ein Remix des vom Vorgängeralbum bekannten Tracks „Pet“. Als Resultat bleibt der Eindruck eines stimmigen Albums, welches durchaus Längen aufweist und so manchen Ausbruch aus dem atmosphärischen Gesamtkontext vermissen lässt. Spannung in jeder Minute dieser Scheibe ist somit nicht anzutreffen.

Anspieltipps:

  • Imagine
  • (What's So Funny 'Bout) Peace Love And Unterstanding
  • Freedom Of Choice
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