Soundtrack - Land Of Plenty - Cover
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Soundtrack Land Of Plenty


  • Label: Columbia/SONY
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der deutsche Filmemacher ist Wim Wenders ist schon ein spezial gelagerter Sonderfall. Von vielen Schauspielern und Cineasten kultisch verehrt, wird er auch gerne von dem einen oder anderen Filmfreak belächelt. Trotzdem sind seine Filme immer wieder hoch interessante Werke, die zumindest das Programmkinopublikum in den Bann ziehen können. Als neuestes Projekt hat Wim Wenders einen Film über Amerika und seine gegensätzlichen Weltanschauungen gedreht. Amerika, das Land, das Wenders seit vielen Jahren beschäftigt und das er liebt. Sein Film „Land Of Plenty” ist eine aktuelle Geschichte um den scharfen Gegensatz zwischen Arm und Reich, die Angst und Paranoia vieler Bürger, den fehlgeleiteten Patriotismus. Ein engagiertes, persönliches Drama über unsere Zeit und zugleich die zutiefst bewegende Geschichte zweier Menschen, die sich über alle Gräben hinweg begegnen. Ein hoffnungsvoller Film über diejenigen, die immer noch dafür stehen, was dieses Land an Möglichkeiten in sich trägt.

Mit einem relativ geringen Aufwand von einer halben Million Dollar, zeigt „Land Of Plenty” eine interessante Charakterstudie, auf ihre ganz eigene Weise unterhalten zu weiß. Der Film berichtet vom Sicherheitswahn, von den Ängsten und der neuen Armut in den USA. Wim Wenders möchte mit seinem digitalen Zwei-Stunden-Werk die politische und kulturelle Situation Amerikas darstellen. Für den dazugehörigen Soundtrack suchte Wenders einen Komponisten, der dem Film seinen Stempel aufdrücken könnten. Während des Filmschnitts hörte er zufällig das Album „Gods & Monsters“ von Thom. (alias Thomas Hanreich) und Wenders war rundum begeistert. Thom. erschien dem Regisseur wie vom Himmel gesandt. Das exakt war die Musik, die Wenders im Sinn hatte. Zeitgemäß, komplex, stimmungsvoll, melodisch, innovativ, ohne erdrückend zu sein. Wim Wenders traf sich mit Thom. und seinem musikalischen Mitstreiter und die beiden waren überhaupt nicht eingeschüchtert von der Vorstellung, einen ganzen Film-Score in wenigen Wochen zu schreiben und aufzunehmen.

Sieben der 15 auf dem Album vertretenen Songs stammen aus der Feder des Ex-Vivid-Sängers, wobei einige Songs vom Thom.-Album „Gods & Monsters“ genommen wurden. Thoms Stimme vermittelt manchmal den Eindruck eines griechischen Chors, die Texte kommentieren merkwürdig die Handlung, ohne je zu plump zu sein oder das Offensichtliche hervorzuheben. Weitere auf dem Soundtrack vertretene Künstler sind u.a. Travis mit ihrem Song „The beautiful occupation“ vom letzten Studioalbum „12 Memories“, die Beangrowers mit dem herausragenden „The priest“, Leonard Cohen mit dem Titeltrack „The land of plenty” und dem Stück „The letters“, David Bowie mit „Looking for water“ vom „Reality“-Album, Die Toten Hosen mit einer englischsprachigen Version ihres Mitgrölliedes „Steh auf, wenn Du am Boden liegst“ („Stand up!“) und die Hosen-Labelkollegen TV Smith mit dem starken „Expensive being poor“. Mehr oder weniger belanglos ist der Beitrag von Mamasweed („Seven“).

Thom. sorgt mit knapp der Hälfte Songs auf dieser Soundtrack-Compilation für einen ordentlichen Score, der zwar nicht an die Intensität seiner eigenen Alben herankommt, aber durchaus zu gefallen weiß.

Anspieltipps:

  • Die Toten Hosen – Stand up!
  • Thom. & Nackt – Dream king
  • TV Smith – Expensive being poor
  • Leonard Cohen –The land of plenty
  • Thom. & Nackt – Where I end and I begin
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