Booka Shade - Memento - Cover
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Booka Shade Memento


  • Label: Get Physical/INTERGROOVE
  • Laufzeit: 61 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Roh, düster, mechanisch anmutend.

Roh, mechanisch, kühl, düster, verstörend, futuristisch – mit diesen Wörtern lässt sich der Sound der beiden Jungs von Booka Shade auf ihrem Debütalbum „Memento“ am besten beschreiben, ein Sound der wie kein zweiter eine unglaubliche Atmosphäre erzeugt. Zwei Synthiepop-Alben, mehrere Livetourneen und diverse Club-Projekte auf Labels wie R&S, Harthouse, Tommy Boy oder Touché – so fing zu Beginn der 90er bei Walter Merziger und Arno Kammermeier aka Booka Shade alles an. Zusammen mit Patrick Bodmer und Philipp Jung alias M.A.N.D.Y. und Thomas Koch alias DJ T., seines Zeichens Groove Herausgeber, gründete man Anfang 2002 mit Get Physical dann endlich auch das eigene Label.

Die 14 Tracks ihres Debütalbums „Memento“ sind wie eine Reise durch Zeit und Raum. 4/4er-Entwürfe werden mit eher zeitlosen Listening-Titeln in einer selten gehörten Weise miteinander kombiniert. So ist der Groove bei „Vertigo“, dem Opener des Albums, ganz klar Disco, darüber wird allerdings ein atemberaubend-schöner, cineastisch anmutender Sound-Teppich gewebt, der an Dramatik seinesgleichen sucht. Ähnlich ist es bei „Double Identity“ und „Memento“. Minimal und vertrackt klöppelnde Rhythmus-Strukturen dienen als Träger für dicht gewebte Atmosphären, in denen auf Basic Channel- und Detroit verweisende Bruchstücke zusammen mit mysteriösen Vocal-Fetzen aufblitzen.

An anderen Stellen meint man, Raver versuchten mit einem Staubsauger in einen Missy Elliot-Track einzudringen, Reminiszenzen an 80er Synth-Pop-Formationen treffen wahlweise auf Planeten-Funk, breitwandigen Psychedelic-Rock oder Minimal-Trance, mittendrin immer wieder Versatzstücke oder ganze Titel, die direkt aus Schweiß treibenden Movie-Soundtracks abzustammen scheinen. Alles umspannende Klammer ist dabei das ständige Spiel mit den intensiven Stimmungen von Filmmusik-Ästhetik, die das Album „Memento“ zu einem hörspielhaften, emotionalen Rausch macht. Selten erlebt man ein Album voll elektronischer Musik mit so viel atmosphärischer Dichte. „N.Y. Muscle“ vom Meister DJ Hell persönlich ist vielleicht so ein ähnliches Album – roh, düster, mechanisch anmutend. Booka Shade schaffen mit ihrem Debüt ein wirklich gelungenes Klangerlebnis, das nicht nur Freunde des Genres begeistern dürfte.

Anspieltipps:

  • Vertigo
  • Memento
  • Something Physical
  • Double Identity
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