Dave Evans - Sinner - Cover
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Dave Evans Sinner


  • Label: Cultural Minority/SOULFOOD
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Man kennt die bittere Geschichte vom fünften Beatle - dem armen Hund, der die Band verließ, kurz bevor der große Durchbruch kam. Das ist in etwa so, wie den Lottoschein zu verlieren, auf dem man sechs Richtige hat. Bei den australischen Hardrockern von AC/DC gibt es auch diesen tragischen Aussteiger, der seinen Dienst quittierte, weil er vielleicht nicht bereit war, dasselbe für den Karrieredurchbruch zu leisten wie seine Kollegen oder einfach nicht an den Erfolg glaubte. Sein Name: Dave Evans, seines Zeichens erster Sänger der Starkstrom-Kapelle und somit Vorgänger der Reibeisen Bon Scott und Brian Johnson. Ja, das Leben kann schon hart sein...

Dave Evans war ein Jahr bei den Gebrüdern Young beschäftigt, als er die Band verließ. Dabei hatten AC/DC bis dahin schon einen erheblichen Bekanntheitsgrad in ihrer australischen Heimat. Doch Angus und Malcolm Young wollten mehr und auch in Amerika und Europa durchstarten. Das war nichts für den bodenständigen Sänger, dem es reichte, in seiner Heimat eine mehr oder weniger große Nummer zu sein. Mit seiner eigenen Rockband Rabbit genoss er fortan die Lage, wo und wie oft zu spielen wie er wollte und nicht wie es irgendein Manager befahl, der einen bis zur Erschöpfungsgrenze vollgestopften Tourplan auf die Beine gestellt hat.

Wenn die jüngeren AC/DC-Fans herausfinden möchten, wie sich der Ur-Sänger „ihrer“ Band anhört, haben sie nun die Gelegenheit. Denn Dave Evans kehrt mit dem Album „Sinner“ in das Licht der Öffentlichkeit zurück und verblüfft damit, dass er stimmlich in dieselbe Top-Kategorie wie seine beiden Nachfolger bei AC/DC gehört. „Sinner“ - das ist 12 Mal purer, raubeiniger Rock ’n’ Roll vom fünften Kontinent. Unverwechselbarer Heavy Rock made in Down Under, der die Wände wackeln lässt. Da heißt es „Bier raus!“ und die Matte geschwungen, denn Evans liefert mit der vorliegenden CD absolut authentischen AC/DC-Sound der frühen 70er Jahre ab. Angefangen beim infernalisch abrockenden „Back on the firing line“, über das wie eine Mischung aus AC/DC und Kiss klingende „Rock ’n’ Roll or bust” bis hin zum stampfenden Metal-Boogie „Take me down again“, der auch auf jede Motörhead-Platte passen würde, liefert Dave Evans zusammen mit Gitarrist und Songwriter Mark Tinson ein kurzweiliges Gute-Laune-Album ab, das amtlich rockt und den Bierkonsum in die Höhe treibt.

AC/DC-Fans werden an dieser Platte kaum vorbeikommen. Hier wird noch richtig ehrliche Rock-’n’-Roll-Arbeit geleistet, die Spaß macht und die reine Freude an messerscharfen Riffs und kultigen Mitgröltexten darstellt. „Sinner“ verströmt aus jeder einzelnen Pore australischen Hardrock. Sei dabei!

Anspieltipps:

  • Sinner
  • Turn it up
  • Take me down again
  • Back on the firing line
  • Only the good die young
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