Maria Mena - White Turns Blue - Cover
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Maria Mena White Turns Blue


  • Label: Columbia/SONY
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Trotz der eigenwilligen Songzusammenstellung durch das Label, ist „White Turns Blue“ ein anspruchsvolles Popalbum geworden.

Die Giftmischer waren mal wieder am Werk! Diesmal, um Maria Mena, einem 18-jähriger Teen-Popstar aus Norwegen, in Deutschland auf die Sprünge zu helfen. Giftmischer? Ganz genau! Aber lesen Sie selbst. Maria Mena wurde 2002 mit 15 Jahren zum Star in ihrer Heimat. Gleich ihr erster Song „My lullaby“ avancierte zum Hit und brachte ihrem Debütalbum „Another Phase“ drei Nominierungen für den „Spellemannpriser“, Norwegens wichtigsten Musikpreis ein. Für den Nachfolger „Mellow“ ließ Maria sich dann ganz bewusst Zeit, in der sie sich eine Auszeit vom hektischen Promo- und Tour-Leben nahm. Offenbar hat dies geholfen, denn auch Album Nummer 2 konnte mit der Single „You’re the only one“ einen Hit hervorbringen, der nun auch in unsere Bereitengraden für Furore sorgen soll.

Um auch das Album „White Turns Blue“ zu einem Erfolg werden zu lassen, hat man sich etwas ganz besonderes ausgedacht. Denn das Werk ist eine Mischung aus den ersten beiden Alben „Another Phase“ (2002) und „Mellow“ (2004). Man nahm einfach drei Songs des Debüts, ließ vier Stücke des Nachfolgers weg und rührte daraus das Album „White Turns Blue“ an. Eine Methode, die man erst vor kurzem bei Ana Johnsson („The Way I Am“) und Thom. („Istory“) anwendete und nun auch der Norwegerin Maria Mena angedeihen lässt. In allen Fällen verantwortlich für den künstlerischen Raubbau: Sony Music. Zwar ist es nachvollziehbar, wenn eine Plattenfirma im Fall von Maria Mena einen Hit wie „My lullaby“ für die Auslandspremiere auf dem neuen Album haben möchte, doch wenn im Gegenzug mal eben vier Songs weggelassen werden – darunter das wunderbare Duett „So sweet“ mit Landsmann Thomas Dybdahl – dann wird das Verständnis eines Plattenkäufers arg auf die Probe gestellt. Ganz davon abgesehen, dass der künstlerische Anspruch eines zusammenhängenden Albums komplett den Bach runter geht. Aber sei’s drum.

Maria Mena kann als echtes Naturtalent bezeichnet werden. Da sie kein Instrument beherrscht, muss sie sich die Melodien ohne Hilfen ausdenken. Das macht sie seit ihrem elften Lebensjahr. Unterstützung erhält sie dabei von Producer Arvid Solvang, der zu Marias Melodien die passenden Akkorde komponiert. Für „White Turns Blue“ wurden jetzt 12 Tracks des norwegischen Dream Teams ausgesucht, die sich im Fahrwasser poppiger Gitarrenmusik einer Alanis Morissette oder Michelle Branch bewegen. Das ist schon mal um einiges sympathischer, als so mancher Popstar, der sich seine seichten Radiohits von anderen maßschneidern lässt. Stimmlich erinnert Maria Mena ganz leicht an Joss Stone. Da die Musik der beiden Jungstars aber völlig unterschiedlich ist, muss man dazu schon sehr genau hinhören. Die Melodien stehen bei den Songs von Maria Mena eindeutig im Vordergrund. Wie es sich für radiotaugliche Popsongs gehört, sind die Songs eingängig arrangiert. Mal poppig („Fragile“), mal rocklastig („You’re the only one“) und selbstredend hymnisch („A few small bruises“, „Shadow“) oder balladesk („Just a little bit”, „My lullaby”).

Trotz der eigenwilligen Songzusammenstellung durch das Label, ist „White Turns Blue“ ein anspruchsvolles Popalbum, das mit den gängigen Veröffentlichungen des Genres nicht wirklich zu vergleichen ist. Qualitativ sind die feinsinnigen Stücke von Maria Mena eher mit den Songs einer Sophie Zelmani oder Emily Richards zu vergleichen. Und das soll durchaus was heißen!

Anspieltipps:

  • My lullaby
  • Just a little bit
  • Take you with me
  • What’s another day
  • You’re the only one
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