3 Doors Down - Seventeen Days - Cover
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3 Doors Down Seventeen Days


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Alles im allem haben sich 3 Doors Down mit diesem Album nicht weiterentwickelt.

Was haben Bands gemeinsam, die diese Art von neuem amerikanischen, geradlinigen, angepassten Rock-Pop machen, der sich so hervorragend vermarkten lässt? Einen echten Frontman und Sänger, der stimmlich nicht zu verwechseln ist! Ob Matchbox 20 mit Rob Thomas, Maroon 5 mit Adam Levine oder eben 3 Doors Down mit Brad Arnold. Oft erkennt man nicht sofort, wer da aus den Lautsprechern dröhnt, aber spätestens beim ersten gesungenen Ton platzt der Knoten und es fällt einem wie Schuppen von den Augen. Merke: Songs zu schreiben, in der die Stimme das wichtigste Instrument ist, ist nicht nur schlau, sondern auch kommerziell äußerst einträglich.

Nun haben sich die Jungs, die ihren Bandnamen aus den Resten eines Schriftzuges über der Tür eines halb verfallen Clubs in Alabama gewählt haben, wieder ins Studio begeben und ihr viertes Album „Seventeen Days“ eingespielt. Nahmen sie ihre erste Platte noch in Eigenregie auf und verkauften diese bei ihren Konzerten, hatten sie bereits mit der Veröffentlichung ihres zweiten Longplayers „The Better Life“ (2000) einen riesigen kommerziellen Erfolg. Songs wie „Kryptonite“, „Life of my own“ und „Loser“ waren weit oben in den Single Charts. Sogar eine Tribute-CD unter dem Namen „The String Quartet Tribute To 3 Doors Down“ kam daraufhin auf den Markt. Wow! Diese Ehre wurde zuvor nur Metallica zu Teil, die von der finnischen Band Apocalyptica gecovert wurden. Das nachfolgende 3-Doors-Down-Album „Away From The Sun“ (2002) musste allerdings viel Kritik einstecken. Zurecht, wie viele meinen. Das Konzept war zu eintönig, sodass das Album schnell langweilig wurde und in den Regalen der Plattenläden, bzw. den Besitzern der CD verstaubte.

Aus Fehlern sollte man bekanntlich lernen. Und so geht es bereits mit ersten Tönen des Titels „Right where I belong“ so richtig los. Das Gitarrenriff ist eingängig und „rockt“ einfach. Doch schon nach kurzer Zeit verfliegt die Euphorie wieder. Die Instrumente treten urplötzlich in den Hintergrund und der Songaufbau wird ganz dem Leadsänger gewidmet. Auch wenn er in dem Song den Gitarristen auffordert, mal so richtig in die Saiten zu hauen, unterbricht er dessen Solo nach 10 Sekunden wieder. Diese halbherzige Art des Songwritings zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Album.

Die erste Single „Let me go“, die aus irgendeinem Grund von Schülern aus einem College in Nashville ausgewählt wurde, ist bezeichnend für viele der restlichen Songs und vielleicht auch für den gesamten Stil von 3 Doors Down. Erst setzen die Gitarren ruhig ein, in teilweise wunderbaren Harmonien, doch spätestens beim Refrain schalten die Gitarristen ihre Verstärker auf Verzerrung. Das ist zwar nicht übel und geht auch teilweise recht gut ins Ohr, wirkt aber auf die Dauer zu langweilig und vorhersehbar. Zum Glück finden sich auf „Seventeen Days“ auch Songs wieder die mal ein wenig aus dem Konzept ausbrechen. Bei „Landing in London“ wartet man zum Beispiel vergeblich auf die einsetzende „Zerre“. Mit Streichern im Hintergrund und Duett-Parts im Hintergrund, zählt der Titel zu den besseren der Platte. Zudem sollte er nicht nur Fans von Rockmusik gefallen. Ganz aus dem Rahmen fällt aus positiver Sicht „Never I will break“. Hier kommt beim geneigten Hörer die gute alte Luftgitarre zum Einsatz. Und auch ein gepflegtes Headbanging lässt nicht lange auf sich warten.

Alles im allem haben sich 3 Doors Down mit diesem Album nicht weiterentwickelt. Der Rückschritt liegt demnach im Stillstand. Fast hat man den Eindruck, dass das Album auch in besagten „Seventeen Days“ entstanden ist, was sehr schade ist, denn die Band hat musikalisch viel mehr Potenzial, als sie hier zeigt.

Anspieltipps:

  • Never I Will Break
  • Landing In London
  • Right Where I Belong
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