Tori Amos - The Beekeeper - Cover
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Tori Amos The Beekeeper


  • Label: Epic/SONY
  • Laufzeit: 75 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf wundersame Art und Weise hat Tori Amos es geschafft, ein Album zu aufzunehmen, das nicht abwechslungsreicher hätte sein können.

Es gibt Konstanten in unserem Universum. Die Erde ist rund, Raucher sterben an Lungenkrebs und Musiksender bringen immer zur gleichen Zeit Werbung, in der regelmäßig aufgerufen wird, seinen „favorite“ Klingelton zu „voten“. Schön, dass es heutzutage auch Dinge gibt, die so bleiben, wie sie sind. So auch das nunmehr achte Studioalbum „The Beekeeper“ von Tori Amos, der Frau aus North Carolina die der Musikwelt alle 1 bis 2 Jahre neues wundervolles Klangmaterial schenkt. Ihre Fans würden es einmal mehr einfach als „Tori“ bezeichnen. Und genau das scheint sie auf dem Cover mit einem bezaubernden Lächeln sagen zu wollen.

Dabei hat sie bereits viele Höhen und Tiefen hinter sich: Mit elf vom Musikkonservatorium geflogen, mit 13 Pianistin in einer Schwulenbar, folgte ihr erstes Album 1988 mit der damaligen Band „Y Kant Tori Read“. Dass dieses floppte, lag wohl auch daran, dass Tori während der ganzen Aufnahme nicht einmal Klavier spielte. Hinterher ist man immer schlauer. 1992 veröffentlichte sie mit „Little Earthquakes“ ihr erstes Soloalbum. Dieses war nicht nur ein großer kommerzieller Erfolg, sondern wurde auch von den Kritikern als herausragendes Singer/Songwriter-Werk gefeiert. 13 Jahre danach braucht sich die 41-Jährige keine Sorgen mehr über schlechte Kritiken zu machen. Ihr Name steht nicht nur für Qualität, sondern auch für Quantität. Dieses mal hat sie ihr neues Werk mit ganzen 19 Titeln und über 75 min Laufzeit randvoll gepackt.

Ruhig und gefühlvoll fängt das Album mit dem Titel „Parasol“ an und jeder, der sie kennt, würde auch ohne ihre Stimme zu hören sofort wissen, wer hier in die Tasten greift. Das Album bietet von allem etwas. „Sweet the sting“ beweist, dass die Lady zur Abwechslung richtig grooven kann. Unterstützt von einem Chor, bohrt sich der Titel ins Ohr und will da auch nicht wieder raus. „The Power of orange knickers“, das sie im Duett mit dem hierzulande weniger bekannten Iren Damien Rice zusammen aufgenommen hat und „Mother revolution“ gehen allein wegen des Textes tief unter die Haut, und die Melodie tut ihr übriges dazu. Die erste Singleauskopplung „Sleeps with butterflies“ hört sich wahrscheinlich nur für eingefleischte Fans nach einer musikalischen Wandlung hin zum Mainstream an. „Original sensuality“ und der Titelsong „The beekeeper“ sind ein Balsam für Jene mit solchen Verlustängsten.

Auf wundersame Art und Weise hat Tori Amos es geschafft, ein Album zu aufzunehmen, das nicht abwechslungsreicher hätte sein können. Immer wieder wird die Atmosphäre durch Titel wie dem unbeschwerten „Ireland“ oder „Cars and guitars“ aufgelockert, sodass das Album seinen ganz eigenen Spannungsbogen mit sich zieht. Nicht eindrucksvoller hätte Tori Amos durch ihre gänzlich eigene Art Musik zu interpretieren, wieder einmal ihren festen Platz in der Musikgeschichte für sich beanspruchen können. Das Album ist wie eine frische Liebe. Es wird einen für eine lange Zeit begleiten und mit jedem Mal entdeckt man neue Kleinigkeiten die ihre Songs unvergesslich machen.

Anspieltipps:

  • Ireland
  • Parasol
  • Sweet the Sting
  • Mother revolution
  • Sleeps with Butterflies
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