American Hi-Fi - Hearts On Parade - Cover
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American Hi-Fi Hearts On Parade


  • Label: Maverick/WEA
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„American Hi-Fi“ steht nicht für den Markennamen eines Herstellers für High End HiFi-Geräte, sondern für eine Band aus Boston, die sich in Amerika großer Beliebtheit erfreut, aber in Europa noch ein relativ unbeschriebenes Blatt ist. Die Entstehungsgeschichte von American Hi-Fi beruht mehr oder weniger auf einen Zufall, da alle Mitglieder fest in anderen Bands engagiert waren, aber mit dem Metal-Einerlei ihrer Ur-Bands nicht mehr glücklich waren. Im Prinzip stand der Jungs der Sinn nach schlichten, aber guten Rock ’n Roll. Nicht mehr und nicht weniger.

So kam es, dass Stacy Jones (Gesang), Jamie Arentzen (Gitarre), Drew Parsons (Bass) und Brian Nolan (Drums) sich einfach mal gemeinsam in einem Studio trafen, um zusammen Musik zu machen. Dazu Sänger Stacy Jones: „Es ist schwierig in wenigen Worten den Weg zu American Hi-Fi zu beschreiben. Wir hatten einfach nur Spaß daran, Musik zu machen, Gitarre zu spielen und so weiter, also hat es sich dann ergeben, dass wir eine Band gegründet haben. Und jetzt sind wir hier!“

Ihr erstes, selbstbetiteltes Album kam in Amerika sehr gut an und ließ deutlich vernehmen, dass die Band nicht nur an ihren Wurzeln hängt, sondern auch dem Sound europäischer Gruppen, insbesondere einigen BritPoppern aufgeschlossen ist. American Hi-Fi gefällt an der europäischen Musik, dass sich die Interpreten nicht so sehr irgendwelchen Trends anbiedern, sowie deren stilistische Vielfalt. „Wenn man allein nach England schaut, haben die Bands wie Travis, Oasis, Radiohead oder Coldplay. Bands, die ich sehr mag und wünschte sie kämen aus den Vereinigten Staaten“, so Stacy Jones. Dies soll aber nicht heißen, dass sie jede amerikanische Band am liebsten auf den Mond schießen möchten, denn es gibt auch US-Bands vor denen American Hi-Fi Respekt haben. Vielleicht hört sich dritte Studioalbum „Hearts On Parade“ deshalb so an, als wäre es von amerikanischen Vorbildern wie The Offspring geprägt, die mit einem guten Schuss Travis, Oasis und Coldplay abgeschmeckt und auf einem Teller mit einem gut durchgebratenem Stück melodiöser Gitarrenklänge angerichtet wurden.

Das Ergebnis ist ein relativ solide Platte, die man sich gerne anhört und deren Songs sich schnell im Gehörgang einnisten. Dabei wird überwiegend gerockt, wobei die Jungs auch gefühlvolle Lieder schreiben können. Bei „Something real“ ist dies der Fall. Ein Song, der mit schönem Klavierspiel glänzt und vom Gesang her leicht an Liam Gallagher (Oasis) erinnert, ohne dessen Klasse und Ausdrucksweise zu erreichen. Allerdings ist „Something real“ der einzige ruhigere Song auf dem Album. „Geeks get the girls“ ist dagegen ein Song, bei dem die Stimmung steigt, weil ordentlich in die Saiten gehämmert wird. Teilweise erinnert das Stück an die bereits erwähnten The Offspring. „Where did we go wrong“ klingt wie ein rockiges Reggaelied und das Titelstück „Hearts on parade“ hat man ewig im Kopf, da das Gitarrenspiel und der Liam-Gallagher-artige Gesang sehr einprägsam ist

Fazit: „Heart On Parade“ ist eine brauchbare Scheibe, die sich zwar nicht in die Hall Of Fame des Rock ’n Roll einreihen wird, aber die man immer wieder in seine Anlage legen kann. Einziges Manko ist evtl. die kurze Spielzeit. Aber wer braucht schon fünf Minuten lange Punkrockkracher? Deshalb gilt: Alle, die auf guten Rock stehen, sollten zumindest einmal in das Album hereinhören. Vielleicht auch die Anhänger des so genannten „Metal-Einerleis“...

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