New Order - Waiting For The Sirens Call - Cover
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New Order Waiting For The Sirens Call


  • Label: London Records/WEA
  • Laufzeit: 57 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Hat die Band ihren Zenit überschritten oder können New Order die Erwartungen nicht erfüllen, weil sie zu hochgesteckt sind?

New Order wurden in den 80er Jahren als Entdecker und Wegbereiter der „House“-Musikrichtung gefeiert. Ursprünglich hieß die Band Joy Division und gründete sich schon 1980. Der damalige Sänger Ian Curtis beging Selbstmord und die Band löste sich auf, um Ende des Jahres unter dem neuen Namen New Order zu starten. Mit der meistverkauften Maxi-Single aller Zeiten, „Blue Monday“, schafften die Musiker aus dem englischen Manchester 1983 den endgültigen Durchbruch. In den 90er Jahren trennte sich die Band nach internen Querelen für fast acht Jahre. Mit dem famosen „Get Ready“ (2001) meldeten sich New Order jedoch eindrucksvoll zurück. Seit dem sind wiederum fast vier Jahre vergangen. Eine Zeit, in der Sänger und Gitarrist Bernard Sumner, Bassist Peter Hook, Drummer Stephen Morris sowie Gitarrist und Keyboarder Phil Cunningham elf neue Songs für das Album „Waiting For The Sirens Call“ eingespielt haben. John Leckie (Radiohead), Stuart Price (Zoot Woman), Stephen Street und Cenzo Townshend (Blur) haben das neue Werk produziert.

Die Vorabsingle „Krafty“ hatte im typischen New-Order-Stil, ein bisschen Elektro und viel Indie-Gitarre, die Hoffnung auf ein sehr gutes Album geweckt. Nach dem ersten Song „Who's Joe?“, der sogar Streicher beinhaltet, könnte man meinen, der Schwung hält die ganze CD an, nimmt der Song doch kräftige Anleihen an dem Superhit „Crystal“. Doch unterm Strich wird auf dem Longplayer „nur“ Gitarrenpop mit wenig Erinnerungsfaktor geboten. Die wenigen Experimente z.B. mit Scissor-Sisters-Sängerin Ana Matronic („Jetstream“), sind nur Retro-Pop, den andere schon besser komponiert haben. Das Ganze wirkt zusammengeschustert. Vielleicht waren die vier illustren Produzenten auch zuviel, denn im Gegensatz zum letzten Album ist der Synthie-Pop-Anteil zwar gestiegen, nur meist wird dieser am Anfang der Songs eingesetzt und dann regieren die Gitarren. Es fehlt an Spielfreude und Abgrenzung zu anderen Gitarrenbands. Das heißt nicht, dass New Order keine gute Popmusik machen, nur austauschbare Radiomusik kann doch nicht der Maßstab für diese talentierte Band sein. Das Prädikat „durchschnittlich“ ist eine harte Sache für alle Fans, die New Order schon 25 Jahre treu sind. Es verlangt niemand, dass die Briten bei jeder CD das Rad neu erfinden, nur ein wenig mehr Ideen wären wünschenswert gewesen.

Hat die Band ihren Zenit überschritten oder können New Order die Erwartungen nicht erfüllen, weil sie zu hochgesteckt sind? Sänger und Texter Bernard Sumner steht auch für die Unverwechselbarkeit von New Order. Nur hat seine Stimme wenig Varianten und in Kombination mit den immergleichen Gitarrenriffs könnte das auch der Grund für die wenige Abwechselung beim Hören des neunten Studiowerkes sein. Zwar bleiben einige wenige Lichtblicke, die schon oben beschrieben wurden. Doch Experimente wie z.B. „Guilt is a useless emotion“ als Trance-Pop-Versuch gelingen nicht und was nützt es, wenn New-Order-Songs als Hintergrundmusik missbraucht werden? Das haben sie eigentlich nicht verdient, aber der Erinnerungsfaktor dieses Albums ist leider als enttäuschend zu bezeichnen.

Anspieltipps:

  • Who'S Joe?
  • Krafty
  • Turn
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