Rooney - Calling The World - Cover
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Rooney Calling The World


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Schiedsrichter pfeift das Spiel an und Rooney hängen sofort am Ohr des Hörers wie weiland Berti Vogts an den Waden seiner Gegenspieler.

Zwischen Rooneys Indiedebüt „On the Closed Circuit“ (11/2000) und ihrem ersten Majoralbum für Geffen Records („Rooney”, 03/2003, in Deutschland 04/2005) vergingen fast 2½ Jahre. Ein moderater Zeitraum. Doch auf dem Weg zum dritten Album schien dem Quintett aus Kalifornien beinahe die Luft auszugehen. Denn „Calling The World“ wollte einfach nicht gelingen. Mal gefielen die Songs dem Label nicht, mal war die Band selbst unzufrieden. Satte vier Jahre und mehrere komplett fertiggestellte, aber wieder verworfene Aufnahmen dauerte das Spielchen.

Doch nun ist es endlich soweit. Die zusammen mit Produzent John Fields (Switchfoot, Lifehouse, The Rembrandts) fertiggestellte Platte erscheint zwei Monate nach dem US-Release mit geändertem Coverkonzept, das stärker an die Farbgebung des Vorgängers angelehnt ist, und einem Bonus Track („Get away“) in Deutschland. Und das Warten hat sich gelohnt. Zumindest für all diejenigen, die auf fröhlichen Powerpop mit latentem Hang zu Pomp und Kitsch und einer gehörigen Priese Sixties/Seventies-Referenzen stehen. Denn auf diesem Fachgebiet sind Rooney nach wie vor gnadenlos. Sie haben den unverkennbaren Sound von Bands wie E.L.O, Queen, Beach Boys und Cheap Trick mit der Muttermilch aufgesogen und drücken diesen förmlich mit wahrer Spielfreude in die eigenen Kompositionen.

Der Schiedsrichter pfeift das Spiel an und Rooney hängen sofort am Ohr des Hörers wie weiland Berti Vogts an den Waden seiner Gegenspieler. Robert Schwarzmann und Co. hauen eine Killermelodie nach der anderen raus (eine kleine Auswahl: „When did your heart go missing?“, „All in your head”, „Don’t come around again”, „Calling the world“) und nehmen mit ansteckenden Gute-Laune-Liedern keine Gefangenen. Da wird mal frech eine originalgetreue Brian-May-Gitarre (Queen) verwendet und mit Brian-Wilson-Sequenzen (Beach Boys) verlinkt („I should’ve been after you“) oder völlig angstfrei ins Schnulzenfach gegriffen („Tell me soon“). Das funktioniert wunderbar – wenn man sich darauf einlässt und nicht verzweifelt nach Indie- oder Alternative-Anleihen sucht. Denn Rooney sind so sehr Pop, wie Popmusik nur sein kann. Für eine eingängige Melodie oder einen Ohrwurmrefrain wird dabei alles in Kauf genommen. Bist Du dazu bereit? Dann ist „Calling The world“ ein Pflichtkauf für Dich!

Anspieltipps:

  • Tell me soon
  • All in your head
  • Calling the world
  • Don’t come around again
  • When did your heart go missing?
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