Crosscut - Director´s Cut - Cover
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Crosscut Director´s Cut


  • Label: Fame Recordings/BMG
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Old School, New School, Thrash, Nu-Metal, Hardcore – bei der Kategorisierung der Band Crosscut tut sich die Journaille seit Jahren schwer. Und tatsächlich vermengen die Ruhrpottjungs alles, was ordentlich lärmt und messerscharfe Riffs hat. Von daher kommt jetzt auch der „Director´s Cut“, dem noch das Blut an der Klinge klebt. Nach dem Hörgenuss von „Director´s Cut“ kann allerdings nicht garantiert werden, dass nicht auch dem Hörer das Blut aus den Ohren läuft. Denn die vor zwei Jahren neu formierten Crosscut treten das Gaspedal mächtig durch und machen keine Gefangenen.

Gegründet wurde die Combo bereits im Sommer 1992 von Frank Holtmann (Gitarre) und Holger Czysch (Drums). Zehn Jahre später kam es zu einem Besetzungswechsel, bei dem Sami Bouhari (Bass) und Timo Zillian (Vocals) in die Band integriert wurden. Crosscut haben inzwischen zwei Demos („Mindgroove“, 1997 und „Spit The Fire, 1999) und seit der Unterzeichnung eines Plattenvertrages im Oktober 2000 die Studioalben „God Given Time“ (2001) und „Nonesizefitsall“ (2003) veröffentlicht. Ende November erscheint mit „Director´s Cut“ Silberpropeller Nummer 3, der im Sommer 2004 in den berühmten Woodhouse Studios in Hagen eingespielt wurde. Darauf zeigt sich das Quartett musikalisch deutlich weiterentwickelt und mit einer vollfetten Produktion im Rücken bereit für den Angriff auf die Metal-Szene.

Obwohl das Backcoverfoto auf eine Metal-Boygroup à la Linkin Park schließen lässt, hecheln Crosscut keinen Trends hinterher. Die adretten Herren machen ihre Sache nämlich sehr geschickt und scheren immer dann aus, wenn man meint, sie auf einen Stil festgelegt zu haben. So klingen Stücke wie „Burn down Las Vegas“ oder „Focus“ nach schlau zusammengepassten „Nu-Rock meets Hardcore“-Brettern, die knallharte Riffs mit feinen Melodien kombinieren. Und mit Songs wie „Points in the virus“ und „Undercover your anger“ brauchen sich Crosscut nicht mal vor Szenegrößen wie Biohazard verstecken. Wem das eine Spur zu hart ist, bekommt mit „Parade of clones“ einen lupenreinen Nu-Metal-Knaller um die Ohren gehauen und mit „Personal demon“ sowie „Zone of the Sphinx“ zwei ruhige Stücke serviert, die perfekt für die Clip-Rotation auf VIVA 2 wären – hätte man den Sender nicht aus kommerziellen Gründen gekillt. Lediglich „End of spiral“ klingt etwas zu sehr nach Plattenfirmenkompromiss. Mit weiblichen Co-Vocals (Evanescence, ick hör dir trapsen!), brettharten Riffs, elektronischen Spielereien und einem poppigem Nu-Rock-Refrain wird hier mehr als offensichtlich auf die Clubs geschielt.

„Director´s Cut“ ist ein respektables Rockalbum, das zu keiner Zeit langweilt oder allzu deutlich auf Trends und Hitparadenplatzierungen lauert. Das Gesamtpaket aus Melodien, Riffs, Härte und Pop-Appeal ist genau richtig. Kurz gesagt: Eine reife Leistung!

Anspieltipps:

  • Focus
  • Roll the dice
  • Significant skills
  • Burn down Las Vegas
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