Lindsay Lohan - Speak - Cover
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Lindsay Lohan Speak


  • Label: Casablanca/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Er ist der ultimative Frauenversteher im Musikbusiness. Mit seinen Songs, seiner Produktion und seiner Instrumentierung geht es ohne Umweg in die Charts: John Shanks. Auf ihn vertrauten bereits Michelle Branch, Sheryl Crow, Hilary Duff, Lisa Loeb, Alanis Morissette, Ashlee Simpson, Melissa Etheridge, Kelly Clarkson, Anastacia, Celine Dion und Pink. Der nächste Zugang mit Platingarantie in Shanks Stargalerie ist das schauspielernde Ex-Model Lindsay Lohan – auch bekannt als Werbe-Ikone aus dem US-Fernsehen. Mit vereinter Produzentenkraft (neben John Shanks war auch noch Corey Rooney beteiligt, der bereits Jennifer Lopez und Destiny’s Child auf die Sprünge half) und der jahrzehntelangen Erfahrung von Label-Boss Tommy Mottola (Mariah Carey, Hall & Oates, Marc Anthony), wurde das Debütalbum der hübschen Dame mit mehr als 260.000 verkauften Einheiten in die amerikanischen Top 10 gepuscht. Wäre doch gelacht, wenn sich dies nicht auch in Europa wiederholen lassen könnte.

Lindsay Lohan wurde auf Long Island, New York geboren. Sie begann ihre Karriere mit drei Jahren als Ford Fotomodell. Offenbar hatte sie das gewisse Etwas, das dazu führte, dass sie von einer großen Modellagentur unter Vertrag genommen wurde. Vielleicht waren es ihre Sommersprossen, die ihr halfen, zu einem gefragten Modell aufzusteigen. Jedenfalls erhielt sie schon früh viele Engagements, u.a. für mehr als 60 TV-Spots, wie z.B. Pizza Hut, Wendy’s, Jell-O und The Gap. Der Weg zum Fernsehstar war demnach nicht mehr weit. Und schon bald stand sie für die Serie „Healthy Kids“ vor der Kamera. Weitere Rollen folgten in „Another World“, „Guiding Light“ und in der CBS Produktion „The Bette Show“, in der sie Bette Midlers Tochter spielte. „In Life Size“, einem „ABC Movie Of The Week“, spielte sie neben Tyra Banks und in „Get A Clue“, einem Disney Channel Spielfilm, bekam sie eine der Hauptrollen. Zu Lindsays Filmographie gesellen sich zudem noch die Filme „Ein Zwilling kommt selten allein“ (1998), „Freaky Friday“ (2003), „Girls Club“ (2003) und „Bekenntnisse einer Highschool Diva“ (2004). Nachdem sie gerade die Neuverfilmung des Disney-Klassikers „Herbie, The Love Bug“, der in der neuen Version „Herbie: Fully Loaded“ heißen wird, abgedreht hat, spielt sie demnächst in „Lady Luck“, bei dem Donald Petrie Regie führen wird und „Fashionistas“, ein von ihr co-produziertes Paramount Projekt, mit.

Doch zurück zur Musik und Lindsays Debütalbum „Speak“. Dieses ist in demselben Stil produziert wie „Autobiography“, dem Debütwerk von Ashlee Simpson. Sprich: Extrem poppige Melodien treffen auf rockige Gitarren und leicht einzuprägende Lyrics. Also ideales Chartfutter, vorgetragen von einem attraktiven Augenschmaus. Da kann doch eigentlich nichts schief gehen, oder? Leider doch! Das Dutzend Songs auf „Speak“ versprüht im Gegensatz zu den CDs von, sagen wir mal, Michelle Branch und Ashlee Simpson nämlich keine Spur Eigenständigkeit. Hier ist jedes Riff, jeder Break und jeder Beat austauschbar und noch konturloser, als bei der Konkurrenz. Die schrecklich einfallslosen Kompositionen schwimmen im sumpfigen Mainstream-Brei mit, ohne irgendwie aufzufallen. Darüber hinaus hat Lindsay Lohans Stimme absolut keinen Wiedererkennungswert. Stangenware eben.

Schnell wird klar: „Speak“ ist ein Album, das auf schnelle Beute aus ist. Zwei, drei hitverdächtige Stücke („Over“, „Rumors“, „Anything but me“) werden mit einer unerträglichen Ansammlung drittklassiger Pop-Liedchen zur einer 40 Minuten langen Platte aufgeblasen, die am Schluss wie eine Seifenblase platzt. Es scheint fast so, als wäre hier jemand während ein paar drehfreier Tage ins Studio gehuscht, um mal eben eine Platte einzukloppen, ohne sich auch nur im geringsten um die Qualität des Songmaterials zu scheren. Nichts gegen Lindsay Lohan persönlich, aber dieses Machwerk transportiert neben schlappen Dance Beats („Speak“, „To know your name“, „Magnet“), tausendfach gehörten Halbballaden („Something I never had“) und jeder Menge Gitarren-Pop/Rock („Disconnected“) keinerlei Gefühle. Es handelt sich lediglich um ein seelenloses Massenprodukt für den schnellen Dollar nebenbei – ohne Substanz und mit dem Nährwert eines Big Mac. Absolut verzichtbar!

Anspieltipps:

  • Over
  • Rumors
  • Disconnected
  • Nobody ‘til you
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