Surf - Teen Planet - Cover
Große Ansicht

Surf Teen Planet


  • Label: Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Willkommen auf dem elektro-rockenden „Teen Planet“ von Surf. Die zwei Brüder GOD und Joe tabu sowie Achim Degen, besser bekannt als Surf, veröffentlichen mit „Teen Planet“ Mitte November ihr zweites Album und präsentieren erneut einen wirren Mix aus Space Wave, Elektro-Punk und Neuromantic.

Los ging alles irgendwann in den 80ern, irgendwo in Hessen, ehe GOD und Joe tabu mit blau gefärbten Haaren und Devo hörend durch den Raum Bremerhaven zogen. Sie explodierten bald darauf in zwei Teile, nach Mannheim und Berlin. Über Achim Degen dagegen ist wenig bekannt, außer dass ihn von Mannheim über Köln bis Hamburg jeder zu kennen scheint. Anno 2002, während eines Konzerts der drei, wurde ihnen klar: fortan wird nur noch zu dritt die Hütte gerockt.

Man komponierte und musizierte in den darauf folgenden Monaten zu dritt – gleichberechtigt – und verteilte hernach die Aufgaben, wobei Achim Degen größtenteils die Stimmbänder bediente (irgendwo zwischen Marc Almond, verschnupft, und Noel Gallagher, nüchtern!). GOD und Joe tabu bemühten dagegen mehr ihre Gitarren. So reifte „Teen Planet“ mit der Zeit zum Karussell von Geschichten, die nur jeweils für ihre Sache stehen, aber doch einem Kosmos angehören.

Ob die feucht erregte Boygroup ohne Herkunft („I’m A Boy“), ein party- und liebesbedürftiger Yeti („Explorer“), ein Reisender, der sich für John Lennons irdischen Sprecher & Sänger hält („I’m On Fire“), ein Überlandbus voller australischer Jungfern („Sorry“), ein Querulant & Spielverderber („Crowdsmashing Bomb“) oder ein kasachischer Fallschirmspringer, dessen Schirm sich nicht öffnet („I Fall“), sie alle eint ihre ausweglose Lage und gleichzeitig die Schönheit des Trotzdems inmitten ihres jugendlichen Scheiterns.

Wirre Texte und die passende Musik dazu. Auch interessant anzuhören: die Coverversion zu „Hate To Say I Told You So“ von The Hives. Die drei Jungs von Surf und ihr cool lässiger Sound sind beim ersten Durchhören wahrscheinlich recht irritierend, werden mit der Zeit (und der Geduld) jedoch wirklich begeisterungsfähig. „Chrome Tape“ von Motormark fällt einem als Querverweis ein. Also bereitmachen für ein Klangerlebnis der anderen Art auf dem „Teen Planet“ von Surf.

Anspieltipps:

  • I’m A Boy
  • Teen Planet
  • Temporary Secretary
  • Hard To Be Hip
Neue Kritiken im Genre „Electro-Rock“
5/10

Spectra
  • 2017    
7/10

Live... Auf Rauen Pfaden
  • 2016    
6/10

Juggernaut
  • 2016    
Diskutiere über „Surf“
comments powered by Disqus