Death Reality - Bloodprints - Cover
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Death Reality Bloodprints


  • Label: Morbid Records/SOULFOOD
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Nur die Harten komm’ in Garten“ – klar, wissen wir. Aber wohin mit den ganz harten Burschen? Etwa den fünf jungen Herren von Death Reality. Die spielen nämlich seit ihrer Gründung im Jahr 1996 Death Metal der ganz brachialen Sorte. Das haut sogar dem stärksten Gartenzwerg die Schaufel aus der Hand und ergibt dann so eine Sauerei wie auf dem Cover von „Bloodprints“, dem neuesten Werk der Sachsen.

Jürgen Naumann (Vocals), Michael Gasch (Gitarre), Michael Müller (Gitarre), Tobias Rüster (Bass) und Martin Ryzerski (Drums) legen mit dem von Jörg Uken produzierten Werk bereits ihr drittes Studioalbum nach „Blasphemous Bleeding“ (2001) und „Flesh Still Feeds“ (2003) vor. In knackigen 33 Minuten hauen Death Reality dem Hörer neun Songs um die Ohren, die auch Szene-Veteranen wie Cannibal Corpse gut zu Gesicht stehen würden. Sprich: Hau-Drauf-Metal erster Güte, mit durchaus modernen Einflüssen, wie gemacht für Menschen, die sich einfach mal gepflegt abreagieren wollen, ohne gleich einen Amoklauf zu organisieren.

Der Opener „Bloodprints“ bohrt sich sogleich tief in die Magengrube und sorgt mit Blast-Beats und dunkel grollenden Vocals für die richtige Stimmung. Dass Song Nummer 2 („Your epitaph is written”) dann fast exakt wie der Opener klingt, ist zwar nicht so toll, aber das kann ja noch werden. Schließlich legen die Jungs ein gutes Tempo vor und Holzen was das zeug hält. „Awaken the revenge“ variiert dann tatsächlich etwas die Geschwindigkeit, bevor mir „Trailblazer“ endlich einen Gang zurückgeschaltet wird. Hier fließen die Riffs zähflüssig wie Lava aus den Boxen, eingerahmt von einem knüppelharten Drumbeat. Hossa!

Das akustische Instrumental „Ingenuous thoughts“ erinnert stark an alte Metallica-Scheiben, denn die Bay-Area-Kings wussten schon in den frühen Achtzigern, wie man seinen Hörern etwas Zeit zum Luft holen verschafft. Doch lange hält die Verschnaufpause nicht an. „Wages of eternal death” und „Divine sickening tragedy“ bollern und grooven nämlich wieder drauf los, als gäbe es kein Morgen. Dass auch hier beide Songs sehr ähnlich klingen – geschenkt! Bei diesem Double-Bassdrum-Festival spielen solche Feinheiten keine große Rolle.

„Bloodprints“ ist ein kurzweiliges Death-Metal-Vergnügen, das bei Genre-Freunden für gefährlich hohen Blutdruck sorgen dürfte. Qualitativ ist das Songmaterial beanstandungsfrei. Nur ein klein wenig mehr Abwechslung hätte dem Album gut getan. Aber auch so reicht es für eine wohlwollende Wertung für Sachens Hardest.

Anspieltipps:

  • Trailblazer
  • Bloodprints
  • Wages of eternal death
  • Divine sickening tragedy
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