Alain Caron - 5 - Cover
Große Ansicht

Alain Caron 5


  • Label: BHM Productions/ZYX Music
  • Laufzeit: 62 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit einigen Jahren gehört er zur Crème de la Crème der Bassspieler-Gilde. Alain Caron – ein, sich im Fusion-Jazz bewegender Klangweltenentdecker erster Güteklasse. Seit seinem elften Lebensjahr ist Alain Caron als professioneller Bassplayer unterwegs. Anfangs tingelt er durch die Bars Quebecs - Canada. Nach Abschluss des achten Schuljahres startet er bereits seine erste Tournee. Mit 15 Jahren entdeckt Alain die Passion seines musikalischen Lebens – den Jazz. Dann geht es Schlag auf Schlag. Den Jazz bringt er sich in den darauffolgenden Jahren als Autodidakt bei, wechselt allerdings später ans bekannte Bostoner Berklee College Of Music, die Wiege vieler großartiger Jazzmusiker unserer Zeit.

1977 tritt er der Band Michel Cusson Group bei, 1980 wechselt er dann zur Band UZEB. Mir ihr spielt Alain zehn Alben ein. Diese Entwicklung fördert seinen Ruf als genialen Virtuosen am Bass. Alain Caron erspielt sich in dieser Zeit ein internationales Ansehen als Meister des elektrischen Basses. Er beginnt u.a. zu unterrichten und produziert hier und da Alben für unterschiedliche Künstler. Ab 1992 widmet er sich jedoch voll und ganz seiner Karriere als Solo-Musiker. Er gründet die Begleitband „Le Band“ und arbeitet seit dieser Zeit sehr erfolgreich an eigenen Produktionen. Wo Alain Caron Live auftritt, hängt schnell ein Schild mit „ausverkauft“ an der Tür. Seine Kunst ist über die Grenzen Kanadas bekannt und wird allerorten sehr geschätzt.

Dass Alain Caron den 6-Saiter wie kaum ein Zweiter beherrscht, beweist er eindrucksvoll auf seinem fünften Album „5“. Und Alain Caron agiert darauf noch wandlungsfähiger als sonst. Er zieht auf „5“ das volle Register einer experimentellen, virtuosen, atmosphärisch dahinfließenden Jazzkomposition. Er lässt seinen Emotionen freien Lauf. Lässt Welten entstehen, Räume öffnen ihre Pforten und verströmen Stimmungen. Ob der Opener „Ocean Of Trees“ – eine impressionistisch, mitreißende, melancholische Reise - ob „Ink Illusion“ oder ob „Show Of Hands“. Die Songs auf „5“ stecken voller Inspirationen. Es entstehen Klangwelten, durchzogen von elektronischen Spielereien und Overdubs, die in ihrer Gänze das Leben, wie es Alain Caron in den letzten drei Jahren erlebte wiederspiegelt.

„5“ ist eine Mischung aus traditionellem Jazz und großstädtischer Musik. Etwas Fusion, Funk und Groove und ein paar stürmische Elemente positioniert die Band geschickt im meist eher melancholisch angehauchten Gesamtwerk. Man schwebt auf gleicher Wellenlänge. Der eingefleischte Alain-Caron-Fan muss sich etwas gedulden und auf rhythmisch mitreißende Klänge länger warten als gewohnt. Dafür ist die Überraschung um so größer. Der passionierte, technisch virtuose Zauberer Alain Caron verliert trotz ungewohnter Produktion nie seinen musikalischen Touch. Sein Werk klingt anders als gewohnt, bietet eine unvergleichliche Tiefe und Persönlichkeit. Dies ist neu und äußerst unterhaltsam und spannend zugleich. Außerdem muss es ja nicht immer Contemporary Fusion-Jazz sein.

Anspieltipps:

  • Ocean Of Trees
  • Show Of Hands
  • Turkey Loose On The Kit
Neue Kritiken im Genre „Jazz“
Diskutiere über „Alain Caron“
comments powered by Disqus