Helge Schneider - Füttern Verboten: Live - Cover
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Helge Schneider Füttern Verboten: Live


  • Label: Roof Music
  • Laufzeit: 73 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„So. Tach! Nee, schnell, weg damit! Und Tee, schnell! Bring mir Tee, ich hab Hunger. Tee-Hunger. Durst. Boah!“

Helge Schneider hat immer irgendwas zu tun. Egal, ob Buch, Film, Theater, Musik oder Tour – Urlaub scheint das Multitalent aus Mülheim an der Ruhr nicht zu kennen. Und weil bereits die nächste Mammuttournee („Kampf im Weltall“) durch das Land rollt, sei an dieser Stelle noch mal an den Livemitschnitt der 2004er „Füttern verboten!“-Tour erinnert.

Bei der Aufzeichnung vom 17. Oktober 2004 in der Dortmunder Westfalenhalle, nimmt der geniale Wahnsinn gleich im Intro seinen Lauf, als Helge sein Publikum völlig außer Atem begrüßt und gleich wieder wegschicken möchte: „So. Tach! Nee, schnell, weg damit! Und Tee, schnell! Bring mir Tee, ich hab Hunger. Tee-Hunger. Durst. Boah! .... Das war’s für heute. Nee, fast, beinahe. Mann, ich bin ja ganz aus der Puste, jetzt.... Ich trink eben den Tee, dann geht’s weiter. Erst mal schönen Dank, dass ihr hier wart. Sehr lecker. Geht gleich los. Nur noch ne Stunde. Aber schön hier, in der Westfalenhalle, in... Dortmund.“

Aber Helge bleibt und klärt auf, worum es an diesem Abend geht: „Tiere, Menschen, Musik, Kartoffeln, Technik, Physik, Tod, ääh, äähh, alles Mögliche.“ Dabei erfährt der Hörer von seiner Affäre mit Roy von „Siegfried & Roy“, warum Inge Meysel in den Keller geht, um sich bügeln zu lassen und warum Helge sich Botox spritzt, um danach auszusehen wie ein Plastikeimer – also wie Sabine Christiansen – und warum Roger Whittaker wieder auf Tour geht. Helge nimmt uns mit in den Zoo, stellt die Tiere (und die Kassiererin) ausführlich vor und gibt das „Zoolied“ zum Besten.

Helge verrät, warum Boris Becker so häufig verletzt ist („... natürlich damit die Leute auf Konzerte von Helge Schneider gehen können – außerdem: dem kannste mit ’nem Zimmermannhammer auf’n Kopp hauen und schon isser verletzt“), gibt einen total abgefahrenen „Erzgebirge-Männchen-Schnitzer-Blues“ und führt uns zur Bestattung von Prince Charles („Der hat eh nie viel Zeit.“) in der Bochumer Kathedrale, bei denen u.a. das Essener Motorradballet, Felix Magath, Michael Jackson und Angela Merkel zu Gast sind. Absolut grandios sind auch Späße wie „Liebe Gemeinde“, in dem Helge mit dem Echo spielt, oder wenn der „Meisenmann“ ein 9½-minütiges Comeback erfährt (feat. Peter Maffay, Udo Lindenberg und James Brown).

„Füttern verboten! – Live in Dortmund“ zeigt Helge Schneider in Höchstform. Die Gags sitzen auf den Punkt, Schneider wiederholt sich nicht, bietet durchgehend Spannung und wandelt wie ein Irrwisch durch ein schräges Programm zwischen Kunst und Wahnsinn. Genial!

Anspieltipps:

  • Titanic
  • Meisenmann
  • Liebe Gemeinde
  • Erzgebirge-Männchen-Schnitzer-Blues
  • Und da stehen sie wieder in Zweierreihen vor der Pommesbude und warten auf das, was ihnen gebührt
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Lass Knacken, Helge! Helge, Der Film! Helge, Life!
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