Neal Morse - One - Cover
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Neal Morse One


  • Label: InsideOut/SPV
  • Laufzeit: 80 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Jede Menge Gastmusiker, tolle Soli, musikalische Überraschungen am laufenden Band, Gänsehautmomente, musikalische Vielfalt, sanfte Klänge und harte Rocksongs.

Im Jahre 2002 wurde Spock’s Beard der Bart gestutzt. Als sich die Band mit „Snow“ auf dem Zenit ihrer Schaffens befand, kündigte Neal Morse völlig überraschend seinen Ausstieg an, um sich stärker seinem Glauben zuzuwenden, den er in seinem bald darauf folgenden zweiten Solowerk namens „Testimony“ verarbeitete. Das göttliche Epos klang zwar unverkennbar nach Neal Morse, doch hat der Meister bei seinen Jüngern mit zum Teil wenig songdienlichen Eskapaden für Stirnrunzeln gesorgt. Und Atheisten konnten mit seinen tiefreligiösen Botschaften ohnehin wenig anfangen. Auf dem Nachfolger „One“ besingt Morse stärker als jemals zuvor immer noch Gott und seine Beziehung zur Menschheit. Wer sich textlich schon beim Vorgänger vor den Kopf gestoßen sah, wird sich wahrscheinlich einmal mehr abwenden, verpasst dann aber das beste Morse-Werk seit dem überragenden „Snow“, das zudem sämtliche Transatlantic-Alben in die Tasche steckt.

Für „One“ hat sich Neal wieder Dream-Theater-Drummer Mike Portnoy ins Boot geholt. Zusammen mit Bassist Randy George ist aus dem Soloprojekt eine bandähnliche Formation geworden, der man nicht nur den Spaß an der Musik anmerkt, sondern die auch für wesentlich songorientiertere Lieder abseits aller Frickelorgien verantwortlich ist. Natürlich handelt es sich trotz leicht erhöhter Eingängigkeit bei „One“ mehr denn je um ein progressives Werk im klassischen Sinne. So geht das fast 10minütige „Author of confusion“ als überragender Überblick über die gesamte Prog-Historie durch. Wem gar nicht genug Abwechslungsreichtum in einem einzigen Lied stecken kann, der wird auch mit „The creation“ und „The separated man“ sehr glücklich werden. Morse & Co. halten von der ersten bis zu letzten Minute die Balance zwischen ausgesprochen genialer Progressivität, Eingängigkeit und unbeschreiblich schönen Melodien. Einzig an der Ballade „Cradle to the crave“ scheiden sich die Geister. Das unprogressivste Stück des Albums, angereichert mit einer Prise Kitsch, gehört dennoch zu den besten Liedern von „One“, da es einfach wunderschön ist und einem nicht mehr aus dem Ohr geht.

Jede Menge Gastmusiker, tolle Soli, musikalische Überraschungen am laufenden Band, Gänsehautmomente, musikalische Vielfalt, sanfte Klänge und harte Rocksongs. Und über allem thront Neal Morse’ unverkennbare, sympathische Stimme. „One“ ist definitiv die neue Nr. 1 im Prog-Genre, an der sich zukünftige Alben messen lassen müssen. Menschen, die sich für Musik gerne Zeit nehmen und tief in traumhafte Musiklandschaften eintauchen wollen, kommen an diesem Meisterwerk nicht vorbei. Und als kleines Schmankerl gibt es das Ganze auch als Special Edition mit mal mehr, mal weniger gelungenen Coversongs unter anderem von U2 und The Who.

Anspieltipps:

  • Cradle to the crave
  • Author of confusion
  • The separated man
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