Wolfgang Haffner - Zooming - Cover
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Wolfgang Haffner Zooming


  • Label: Skip Records/Sunny Moon
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt wenige Jazzinterpreten in Europa, die ohne seine Unterstützung und sein Engagement auskommen. Fast alle wollen ihn haben. Als Musiker, als Komponist oder als Produzent: Till Brönner, Rebekka Bakken, Mezzoforte, Passport, Carmen Cuesta, Konstantin Wecker, Peter Fessler und viele mehr. Sein Name: Wolfgang Haffner, seines Zeichens Ausnahme-Schlagzeuger, ausgezeichneter Songschreiber, Arrangeur und Produzent.

1965 erblickt Wolfgang Haffner das Licht der Welt. Kaum kann er sprechen, sitzt der kleine Wolfgang schon hinter der Schießbude und trommelt was das Zeug hält. Ab 1984 weht jedoch ein anderer Wind. Sein Talent wird entdeckt. Albert Mangelsdorff steckt ihn kurzerhand ins Deutsch-Französische Jazzensemble, dann wird er Schlagzeuger bei Klaus Doldingers Passport und tourt Anfang der 90er mit Chaka Khan. Seit 1994 ist Wolfgang Haffner Mitglied der US Fusion-Band Metro – u.a. mit dabei: Chuck Loeb, Mitch Forman. Victor Bailey und Anthony Jackson. 1997 gründet er mit Roberto Di Giola die Formation Zappelbude. 2002 erblickt Wolfgang Haffners eigene Band das Licht der Welt. Mit ihr tourt er während der „Urban Life“-Tour durch mehrere europäische Länder. Daneben ist Wolfgang stets auch auf anderen Produktionen zu hören oder sitzt als Gastmusiker für Till Brönner, Nils Landgren, Cassandra Wilson, Hiram Bullock, Pat Metheny, Die Fantastischen Vier, No Angels und andere hinterm Drumkit. Mittlerweile hat Wolfgang Haffner auf ca. 350 Alben getrommelt, davon zehn eigene Kompositionen.

2004 war ein Jahr der Highlights für Haffner: Zuerst produziert er das Comeback-Album der isländischen Fusion-Band „Mezzoforte“, dann wirft er mit „Zooming“ ein erstklassiges Jazzalbum auf den Markt, das für diejenigen, die es mal melancholisch oder gemütlich mögen, aber auch den ein oder anderen Groove vertragen können, genau das richtige ist. Und wer dann noch hier und da, wenn es mal so richtig zur Sache geht, nicht direkt den Faden verliert, der wird mit „Zooming“ hervorragend bedient. Wolfgang Haffner mischt gepflegten Jazz mit harmonisch abgestimmtem Fusion und einem Hauch Rock, ein wenig Pop dazu kredenzt, obendrauf noch eine Prise von akustischen und elektronischen Sounds, hier noch etwas Experimentelles, da noch ein Spritzer Nostalgie und fertig ist der Musik-Cocktail.

Kurz reingehört: der Titelsong „Zooming” erinnert sehr stark an Pat Metheny – eine Mischung aus ruhigen Fusionsounds und elektronischen Spielereien, plus poppigen Grooves. „Somewhere Else“ verzaubert und klingt sehr geheimnisvoll, dank Rebekka Bakkens Sprechgesang. „Momo´s Dance“ regt die Bewegung an und fördert den Kreislauf. „Seventy Five“ ist mehr eine Rückschau, ein Andenken an die guten, alten Krimis der 70er Jahre. „Shape Of Peace“ schwebt von einer Atmosphäre in die andere. „Corazon“, ein verspielt, verlorener, leichter Song mit powervollem Ende. Das Resümee: Facettenreich, natürlich und belebend, mit elektronisch verfremdeten Schnörkeln aufgepeppt. Für diesen perfekten Drink hat sich Wolfgang Haffner die Creme de la Creme des europäischen Jazz ins Haus geholt. U.a.: Till Brönner (Flügelhorn), Tim Lefebvre (Bass), Rebekka Bakken (Vocals), Nils Landgren (Posaune), Frank Kuruc und Martin Koller (Gitarre) und einige andere mehr. Sie sorgen für die besondere Note.

Anspieltipps:

  • The Day Before Yesterday
  • Shape Of Peace
  • Seventy Five
  • Corazon
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