US 3 - Questions - Cover
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US 3 Questions


  • Label: Groove Attack
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Single, ein Hit, ein Song für die Ewigkeit - so ist es bereits vielen Bands ergangen. Eine, die sich ebenfalls ins Buch der One-Hit-Wonder eintragen kann, ist die Formation US 3. Mit einer Coverversion des Herbie-Hancock-Klassikers „Cantaloupe Island“, erstürmten US 3 1993 weltweit die Charts und regierten mit dem Song in den größten Tanztempeln. Ein absoluter Megahit. Die Band nannte den Song kurzerhand „Cantaloop“. Veröffentlicht wurde „Cantaloop“ auf dem ersten US-3-Album „Hand On The Touch“, das eine Mischung aus Jazz und Soul, angereichert von hippen und hoppen Grooves und diversen Rap-Spielarten bot. Ein absoluter Meilenstein, auf dem die Band Jazz-Klassiker des BlueNote Labels in tanzbare Partynummern verwandelte.

Bis 1996 tourte die Band kreuz und quer durchs Universum. Mit „Jazz Corner Of The World“ und „Broadway And 52nd“ veröffentlichen US 3 dann weitere jazzige HipHop-Alben. Was sich im Wesentlichen veränderte, war jedoch weniger der Musikstil, vielmehr drehte sich im Hintergrund gewaltig das Personalkarussell. Einzige Konstante: Geoff Wilkinson – Produzent und Mann an den Turntables. 2001 sorgten US 3 in Insiderkreisen wieder für Aufmerksamkeit. Diesmal mit an Bord: Rapper Michelob und die New Yorker Sängerin Alison Crockett. Mit „An Ordinary Day In An Unusual Place“ veröffentlichten US 3 ein tolles und abwechslungsreiches Album, gespickt mit souligen Jazz-Adaptionen voller Kraft und Ausdruck. Daran sollte es der aktuellen US-3-Produktion „Questions“ ebenfalls nicht mangeln.

Knapp 10 Jahre ist es nun her, dass „Cantaloop“ einschlug wie eine Bombe. Da liegt es doch eigentlich auf der Hand, sich zum Jubiläum wieder seinem größten Hit zu nähern, ihn frisch zu polieren und ihn dann erneut auf den Plattenteller zu werfen. Mit zwei Mixes halten US 3 die Erinnerung warm: „Cantaloop 2004“ als Soul Mix und „Cantaloop 2004“ als Bossa Mix. Beide nicht zu verachten. Ob es allerdings nötig gewesen wäre, steht auf einem anderen Blatt. Doch fangen wir vorne an. Bereits der erste Song weist den aktuellen Weg der Band. „A New Beginning“ vermittelt Ruhe und Gelassenheit. Weg vom treibenden HipHop-Jazz, hin zum unaufdringlichen, beruhigend wirkenden, sogenannten Nu-Jazz. Dazu tragen besonders die beiden neuen Vokalisten bei: der New Yorker Rapper Reggi Wyns und die in London lebende Südafrikanerin Mgho Skeef. Natürlich hält Mastermind Geoff Wilkinson wieder alle Fäden zusammen. Komplettiert wird die aktuelle Formation durch erstklassige Instrumentalisten, die dem Gesamtwerk ihren Stempel aufdrücken. Da wären u.a. Chris Storr (Trompete) Ed Jones (Saxophon), Neil Angilley und Mike Gorman (Piano), sowie Femi Temowo und Tony Rémy an der Gitarre.

Dem Nu-Jazz–Gefühl schließen sich die ausdrucksstarken, tanzbaren Songs „Whatcha Gonna Do?“, „Get Together“, „What Does That Mean?“ und „Believe In Yourself“ an. Ein Rhythmus, bei dem man mit muss. Tolle, eindringliche Vocals und heiße Beats. Etwas aus dem Rahmen fällt der Song „Can You Feel It“. Schnelle Raps, fette Grooves und aggressive Beats dröhnen mächtig aus den Lautsprechern. Das war es aber schon fast an Hitzigkeit. Lediglich „The Truth“ und „Goodbye“ schweben im Mittelfeld, begeben sich auf Gradwanderung. Zu guter Letzt bildet „The Healer“ einen würdigen Abschluss. Eine hörenswerte Hommage an Geoff Wilkinsons Tochter Asa.

Fazit: „Questions“ ist ein gelungenes Werk voll positiver Energie, auf dem sich US 3 von ihrer wandlungsfähigsten Seite zeigen.

Anspieltipps:

  • A New Beginning
  • Whatcha Gonna Do?
  • When She´s Dancing
  • Give Thanks
  • The Healer
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