Mando Diao - Hurricane Bar - Cover
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Mando Diao Hurricane Bar


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mando Diao knüpfen mit ihrem zweiten Album nahtlos an ihr Debüt an und liefern bereits sehr früh im Jahr einen echten Höhepunkt ab.

Die Großmäuler des jungen Rock ’N Roll sind zurück. Fünf Schweden, die sich für vollkommener als die Beatles, The Who, The Rolling Stones und die Kinks zusammen halten. Mit ihrer Rotzigkeit erinnern die Jungs aus Borlänge nicht selten an Oasis, auch wenn ihre Musik kaum etwas mit den überlegten BritPop-Hymnen der Gallagher-Brüder gemein hat. Bei Mando Diao, so der Bandname von Gustaf Norén (Gitarre, Vocals), Björn Dixgård (Gitarre, Vocals), Daniel Haglund (Orgel), Samuel Giers (Drums, Percussion) und Carl-Johan Fogelklou (Bass), stehen ungeschliffene Riffs und schneidende Melodien im Vordergrund.

Mit dieser Mischung sorgten Mando Diao für einen echten Dauerbrenner, denn aufgrund der verspäteten Veröffentlichung in Deutschland, taucht das Debütalbum „Bring ’Em In“ tatsächlich noch in diversen Bestenlisten für das Jahr 2004 auf. Dabei erschien das Werk in Schweden bereits im September 2002. Genau deshalb steht für viele überraschend schon das zweite Album in den Läden. „Hurricane Bar“ kam im Spätherbst 2004 in einigen europäischen Ländern auf den Markt. In Deutschland ist der offizielle Release-Termin für den Nachfolger des gefeierten „Bring ’Em In“ dagegen auf den 24. Januar 2005 gelegt worden. Aus rund 60 Demos suchten sich die Fünf diesmal gemeinsam mit Produzent Richard Rainey (U2) 14 Songs aus. Aufgenommen wurde im Frühling letzten Jahres im englischen Bath, in den St. Catherine’s Court Studios. Die Produzenten-Wahl fiel deshalb auf Richard Rainey, weil der junge Studio-Wizard derselben Generation wie die Jungs von Mando Diao angehört und ein entsprechend ähnliches Musikverständnis mitbringt.

Mit ihrer typischen Unbekümmertheit legen Mando Diao auch auf „Hurricane Bar“ los. Mit Sixties inspiriertem Schrammelsound und virulenten Hooklines krachen potenzielle Hits wie „Cut the rope“, „God knows“ und „Clean town“ – die erste Singleauskopplung – aus den Boxen. Doch man merkt sofort, dass sich die Band deutlich weiterentwickelt hat und die rüpelhaften Klänge einem geschliffeneren Songwriting gewichen sind. Unverschämt poppig klingt das, was die Schweden hier fabrizieren. Dafür haben sich sogar eine Viertelstunde mehr Zeit gelassen, als auf ihrem Debüt, das in nicht mal 40 Minuten über den Hörer hinweg fegte. Doch neben dem offensichtlichen Popappeal ist der treibende Rock ’N Roll, der jeden Club zum Schwitzen bringt, nicht auf der Strecke geblieben. Herrlich groovende Stücke wie „If I leave you“, „You can’t steal my love“, „Annie’s angle“ und „Down in the past“ – um nur ein paar zu nennen – rocken und rumpeln federleicht, mit wundervollen Refrains bestückt, durch das knochentrockene Unterholz, dass es eine wahre Freude ist.

Mando Diao knüpfen mit ihrem zweiten Album nahtlos an ihr Debüt an und liefern bereits sehr früh im Jahr einen echten Höhepunkt ab. Mit dem Veröffentlichungstermin im Januar besteht deshalb sogar eine sehr gute Chance, dass dieses außergewöhnliche Rockalbum nicht in den alljährlichen VÖ-Stoßzeiten untergeht. Ausgefeilte Melodien, Sixties-Pop, verschwitzter Rock ’N Roll – und das alles auf einer CD. Mehr geht kaum. Fans von The Strokes, The Libertines und des Black Rebel Motorcycle Club müssen hier unbedingt zugreifen. Alle anderen freilich auch…

Anspieltipps:

  • God know
  • Clean town
  • Annie’s angle
  • Down in the past
  • This dream is over
  • You can’t steal my love
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