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Diverse Elvis Hits In Deutsch: Folge 1


  • Label: … And More Bears/INDIGO
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Michael Jackson ist der selbsternannte „King Of Pop“. Vergleicht man allerdings seine Verkaufszahlen und sein Image mit dem „King Of Rock“, dürfte der gute Michael noch blasser werden, als er jetzt schon ist. Ganz klar: Elvis Aaron Presley ist der einzig wahre König der musikalischen Unterhaltungsbranche. Weit über 1,6 Milliarden (!) verkaufte Tonträger und eine immer noch grenzenlose Beliebtheit auf der ganzen Welt – selbst 25 Jahre nach seinem Tod am 16.08.1977 – sprechen eine deutliche Sprache. Jedes Jahr erscheinen „neue“ Alben, Compilations, Box-Sets und DVDs von Elvis Presley. Seit seinem Tod kamen allein über 100 verschiedene Sampler auf den Markt. Der King ist und bleibt ein Phänomen. Die Liebe zu ihm wird an jüngere Generationen weitervererbt, wie die Liebe zu einem Fußballverein.

Ein Teil dieses Erbes haben die Macher von „... And More Bears Records“ jetzt in Form einer kleinen CD-Serie für die Nachwelt aufbereitet. Elvis Hits in deutscher Sprache, interpretiert von den Stars der deutschen Schlagerszene der 50er und 60er Jahre. Insgesamt 88 Songs verteilen sich so auf vier CDs, wobei sich allein zwei Alben ausschließlich mit den zahlreichen Hits aus 16 Kinofilmen beschäftigt, in denen der King mitgespielt hat. Legendäre („Trash“)-Movies wie „Love Me Tender“, „Jailhouse Rock“, „Blue Hawaii“ oder „Wild In The Country“. Auf Deutsch nennt sich das Ganze dann etwas umständlich „Pulverdampf und heiße Lieder”, „Rhythmus hinter Gittern”, „Blaues Hawaii” und „Lied des Rebellen”. Aber das Leid mit den eingedeutschten Filmtiteln ist heute nicht anders.

Die ersten Aufnahmen von Elvis Presley stammen aus dem Jahr 1953/54. Die legendären Sun-Recordings im Studio von Sam Phillips sind heute ein begehrtes Sammlerstück, für das die Autorenrechte im nächsten Jahr verfallen, sodass die Stücke zu einer Art Volksgut werden, über das sich jeder ungefragt hermachen kann. Aus diesem Grund haben die Verantwortlichen von RCA/BMG – das Label, das Elvis Ende 1955 aus seinem Vertrag bei Sun herauskaufte und ein Jahr später mit seinem Debütalbum ins Rennen schickte – reagiert und die Aufnahmen selber auf den Markt geschmissen. Mit Elvis lässt sich eben jederzeit Geld machen.

„Elvis Hits In Deutsch – Folge 1“
(u.a. Paul Kuhn, Peter Kraus, Ted Herold, Michael Holm, Freddy Quinn, Gus Backus)

Die erste Folge von „Elvis Hits In Deutsch“ befasst sich mit 18 Songs (plus vier Bonustracks) aus sieben Elvis-Filmen aus der Zeit von 1956 bis 1960. Insgesamt drehte Elvis 31 Filme, wobei eigentlich nur die frühen Werke eine vernünftige Handlung und eine gewisse Qualität besaßen. Danach gerieten die Streifen immer oberflächlicher und waren lediglich ein Promotionmittel, um die Elvis-Platten unters Volk zu bringen. Doch sei’s drum. Hier geht es schließlich nur um die Musik. Und die macht auf der vorliegenden CD ausnahmslos Freude. Highlights der Kopplung sind „Immer wieder lieb’ ich dich“ („Love me tender“) von Gerhard Wendland, „Einsamer Cowboy“ („Lonesome Cowboy“) von Paul Kuhn, „Muß i denn zum Städtele hinaus“ („Wooden heart“) von Gus Backus, „Hafen Rock“ („Jailhouse rock“) von Peter Kraus und „Dixieland Rock“ („Dixieland rock“) von Ted Herold. Dabei stellt sich „Elvis Hits In Deutsch – Folge 1“ als vertonter Geschichtsunterricht per Excellence heraus, zeigt die CD doch sehr anschaulich, wie den hüftsteifen Deutschen ab Mitte der 50er Jahre der Rock ’N’ Roll langsam aber sicher in die Beine fuhr. Die deutschen Textkreationen pendeln zwar zwischen peinlich und phänomenal lustig, doch auch die amerikanischen Urformen entsprechen ja eher der leichten Muse.

Für Elvis-Fans ist das Album sicher nicht mehr als ein interessanter Einblick, da die germanischen Versionen nicht an die Originale heranreichen. Trotzdem kann man den Schlagerversionen einen gewissen Charme nicht absprechen. Das nennt man dann wohl Kult.

Anspieltipps:

  • Will Brandes – „King Creole”
  • Billy Sanders – „Ja so ’ne Party“
  • Paul Kuhn – „Einsamer Cowboy“
  • Peter Beil – „Adieu, Lebwohl, Goodbye“
  • Gus Backus – „Muß i denn zum Städtele hinaus“
  • Gerhard Wendland – „Immer wieder lieb’ ich dich“
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2/10

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