Recover - This May Be The Year I Disappear - Cover
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Recover This May Be The Year I Disappear


  • Label: Strummer Recordings/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Noch führen die Herren von Jimmy Eat World die Tabelle der ersten Emo-Rock-Liga an, doch die Konkurrenz holt unnachgiebig auf. Aus Texas kommt z.B. jetzt die junge Band Recover mit ihrem Majordebüt „This May Be The Year I Disappear“ auf den Markt, das sämtliche Zutaten eines herausragenden Emo-Rockalbums beinhaltet. Sinnigerweise sind Recover der aktuelle US-Tour-Support von Jimmy Eat World. Steht hier etwa eine Wachablösung ins Haus? Es wäre nämlich nicht das erste Mal, dass aus einer kleinen Vorgruppe das nächste große Ding wird.

Die Band Recover und ihre ersten Independent-Veröffentlichungen sind in Deutschland bisher nur sehr wenigen Menschen bekannt. Doch die wenigen Besitzer von „Rodeo & Picasso“ (2001) und/oder der EP „Ceci n'est pas Recover“ (2002) konnten schon damals erahnen, dass hier eine Band mit Potenzial in den Startlöchern steht. Auch die großen Plattenfirmen horchten auf und balgten sich um das Quartett aus Austin, Texas. Dieses blieb zwar dem Indie-Label Strummer Recordings treu, gab aber den Vertrieb des neuen Albums in die Hände des Majors Universal Records. Für die anstehenden Aufnahmen verpflichtete der Branchenriese den Star-Produzenten Don Gilmore (Good Charlotte, Linkin Park). Aber mit ihm und seiner Bombastproduktion kamen Recover nicht zurecht. Man trennte sich in aller Freundschaft und gab das Produzenten-Zepter an Gary Gesh (Labelchef von Strummer Recordings) und Rory Phillips (Ex-The Stereo, Ex-Impossibles) weiter. Ein teurer Spaß.

Innerhalb von acht Monaten entstanden zehn neue Songs, die von Andy Wallace (Nirvana, Helmet, System Of A Down) abgemischt wurden. Mit „Push push“ und „My only cure“ schlichen sich sogar noch zwei Remakes alter Stücke auf die Platte, die ein halbes Jahr nach dem US-Release in Deutschland erscheint. Trotzdem lautete die für Dan Keyes (Vocals, Gitarre), Robert Mann (Gitarre), Ross Tweedy (Bass) und Santiago Vela III (Drums) jetzt oder nie, denn mit diesem Album im Rücken sollte der Durchbruch gelingen. Die hochexplosive Mischung aus Emo-Core, Punkrock und melodiösem Alternative Rock steht Vorbildern wie The Used, Coheed And Cambria, Thrice und Jimmy Eat World qualitativ in nichts nach und könnte die Emo-Szene nachhaltig erschüttern.

Forsch rockende Groove-Rocker („Night of the creeps“, „Simple”, „Crashed“) stehen neben bitter-süßen Emo-Hits („Disappear”), geschickt arrangierten Brüllattacken („Slower”, „My only cure“) und (bis auf den Text) radiotauglichen Alternativ-Rockern („Fuck me for free“). Eine Mischung, die funktionieren könnte, denn kompositorische Ecken und Kanten (die stilistisch üblichen Breaks und laut/leise-Variationen) werden mit einer druckvollen Produktion und durchaus vorhandenen Mainstreamanleihen („Big choruses“) ausgeglichen. Damit sind Recover nicht weit von den Bands entfernt, die vor gar nicht allzu langer Zeit als Nu-Rock-Sensationen vermarktet wurden und eine erhebliche Rolle in den Charts spielten. Alles ist möglich! Mal schauen, wie es mit Recover weitergeht.

Anspieltipps:

  • Simple
  • Crashed
  • Disappear
  • My only cure
  • Night of the creeps
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