DJ Bobo - Pirates Of Dance - Cover
Große Ansicht

DJ Bobo Pirates Of Dance


  • Label: Yes Music/EDEL
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
2/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

DJ Bobo macht vielen Menschen seit Jahren mit seiner einfach strukturierten Party- und Tanzmusik Freude. Daran wird sich auch mit „Pirates Of Dance“ nichts ändern.

Würde man Popstars nur aufgrund verkaufter Tonträger beurteilen, wäre der Schweizer René Baumann, alias DJ Bobo ganz weit vorne. Seit Anfang der 90er Jahre beschallt der passionierte Dance-Popper nun schon die europäischen Hitparaden mit seinen baukastenförmigen Gute-Laune-Billig-Songs á la „Somebody dance with me“ und „There is a party“. Das führte zu mehr als 13 Millionen verkauften Tonträgern und über 270 Gold- und Platinauszeichnungen. Doch auch ein Massenhitschreiber braucht mal eine Auszeit. Und so zog sich René Baumann im Sommer 2003 für eine kreative Pause zurück.

Er nutzte die Zeit, um seine bisherige Arbeit als Songschreiber, Showentwickler und Labelbetreiber neu auszurichten. So erscheint das neue Album „Pirates Of Dance – The 10th Album“ auf dem Independent-Label Yes Music im Vertrieb von Edel Records und nicht mehr beim Major BMG. Die ersten Demos für das Werk entstanden im Dezember 2003 mit Bobos langjährigem Produktionspartner Axel Breitung im hauseigenen Studio. Der anfängliche Gedanke eines Konzeptalbums zum Thema Piraten wurde aber schnell wieder verworfen. Das Erfolgsduo tastete sich im Stile einer Soundtrack-Produktion mit immer wieder eingeschobenen Studiopausen langsam aber sicher an das Endergebnis heran, das DJ Bobo erstmals etwas von den üblichen Dancebeats und Disco-tauglichen Jahrmarktsliedern wegführt. Doch was sich auf dem Papier noch einigermaßen spannend liest und als Bühnenproduktion für die im März startende „Pirates Of Dance Tour 2005“, für die schon mehr als 50.000 Konzerttickets verkauft worden sind, wahrscheinlich neue Maßstäbe setzen wird, klingt auf Platte auch nach insgesamt 20 Karrierejahren des Schweizers relativ bescheiden.

So wirkt bereits das Titelstück und erste Singleauskopplung erschreckend altbacken und wenig eigenständig. Mit diesem Sound waren die Backstreet Boys vor einigen Jahren am Start. Doch kennt die Burschen heute noch jemand? Nach aktuellen Maßstäben beurteilt, rührt Baumann für seine „Pirates of dance“ ein paar sehr schlappe Beats, ein unglaublich peinliches 80er Jahre E-Gitarrensolo und einen weiblichen Backgroundchor aus der Abteilung „No Angels für Arme“ zusammen, dass es einem als Hörer nur so graust. Auf Besserung darf der Konsument des zehnten DJ-Bobo-Albums allerdings nicht hoffen. Die in der Presseinfo etwas größenwahnsinnig als „Soundrevue, die alle musikalischen Stilgrenzen locker überwindet“ bezeichnete Platte bietet vom Shaggy-Abklatsch „Pura pasión“, über einfallslose Dance-Popsongs („Dance into the light“, „One night in heaven“), Pseudo-Gospels („No matter what people say“) und einem überflüssigen Mambo-Aufguss („Hey nanana”), die gesamte Palette an Plastik-Pop-Liedchen, die wir von Herrn Baumann nun schon seit 15 Jahren kennen. Doch lohnt es sich, darüber zu streiten?

DJ Bobo macht vielen Menschen seit Jahren mit seiner einfach strukturierten Party- und Tanzmusik Freude. Daran wird sich auch mit „Pirates Of Dance“ nichts ändern. Nehmen wir es zur Kenntnis und gehen zur Tagesordnung über.

Anspieltipps:

  • Amazing life
  • One night in heaven
  • No matter what people say
Neue Kritiken im Genre „Pop“
9/10

Monarchie Und Alltag (Re-Release)
  • 2017    
Diskutiere über „DJ Bobo“
comments powered by Disqus