Eleni Mandell - Afternoon - Cover
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Eleni Mandell Afternoon


  • Label: Trocadero Records/INDIGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Unterm Strich ist „Afternoon“ eine schöne Platte für die stillen Tage des Jahres.

Amerikas Songschreibernachwuchs gibt sich die Ehre. Heute: Eleni Mandell. Die in Los Angeles geborene Eleni Mandell bekommt mit 16 Jahren von ihren Eltern eine E-Gitarre zum Geburtstag geschenkt, spielt in High School Bands und ergötzt sich an der Musik von Tom Waits. Doch erst als sie den Musiker Chuck E. Weiss trifft, der sich als Mentor und Förderer ihres Talents erweist, ist Eleni Feuer und Flamme für die Musik. Weiss sagt Eleni eine Karriere als Musikerin voraus und stellt sie berühmten Musikerfreunden, u.a. Tom Waits, vor. Doch sie bringt zuerst ihr Studium an der UC Berkeley zu Ende, ehe sie nach Los Angeles zieht und eine eigene Band zusammenstellt.

Sie beginnt mit Demoaufnahmen und nach zwei mühsamen Jahren ist „Wishbone“, das erste Album, im Kasten. Eleni entwickelt sich in den späten 90er Jahren zu einem Geheimtipp in Insiderkreisen und legt mit „Thrill“, „Snakebite“ und „Country For True Lovers“ drei gute bis sehr gute Werke vor, mit denen sie zweimal in die Endausscheidung zum „Songschreiber und Komponisten des Jahres“ des L.A. Weekly kommt. 2003 ist es endlich soweit und Eleni heimst den begehrten Preis erstmals ein.

Im Januar 2005 veröffentlicht sie mit „Afternoon“ ihr zweites Album auf dem Trocadero Label, das im Chaparral Bottoms Studio in Joshua Tree, Kalifornien aufgenommen wurde. In der Besetzung Eleni Mandell (Vocals, Gitarre), Joshua Grange (Gitarre, Piano, Orgel), Ryan Feves (Bass) und Kevin Fitzgerald (Drums) spielte man 13 Songs im ur-amerikanischen Stil ein. Traurige Liebeslieder, in denen es um enttäuschte Erwartungen und bittere Abschiede geht, gegossen in eine Form aus Country, Folk, Blues und Rock ’N Roll, die klanglich exakt in die 50er Jahre passen. Denn die warme Produktion und die originalgetreuen Instrumente erzeugen eine ganz besondere Stimmung, die mitunter an Aufnahmen aus den legendären Sun Studios erinnert. Allerdings bemerkt man bei einigen Kompositionen auch, dass bei Eleni Mandell zuerst der Text und dann die Musik kommt, sodass nicht jeder Song sofort zu zünden weis. So haben sich neben herausragenden Stücken wie „Say goodbye“, „Yellow light“ und „American boy“ auch ein paar gewöhnungsbedürftige Titel („Just a dream“, „Sun’s always shining in Rome“) auf das Album geschlichen. Doch unterm Strich ist „Afternoon“ eine schöne Platte für die stillen Tage des Jahres, die sich wie ein warmer Mantel um den Hörer legt.

Für schnellentschlossene Käufer gibt es als Bonus eine zweite CD namens „Maybe, Yes“, eine 23minütige 5-Track-EP mit wunderbaren Barjazz-Songs, die Eleni Mandell und Band, inspiriert von einer nächtlichen Radiosendung eines New Yorker Jazzsenders, binnen weniger Tage aufgenommen haben. Und zwar ganz klassisch: Alle Musiker in einem Raum, mit Hammondorgel, Besenschlagzeug, Piano und Kontrabass. Hier finden die großen Gefühle in Eleni Mandells Texten eine noch konsequentere Umsetzung, die auf „Afternoon“ ab und an etwas zu fehlen scheint.

Anspieltipps:

  • Afternoon
  • Dangerous
  • Yellow light
  • Say goodbye
  • I’ve been fooled
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