Angel Dean And Sue Garner - Pot Liquor - Cover
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Angel Dean And Sue Garner Pot Liquor


  • Label: Trocadero Records/INDIGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Zwei im wahrsten Sinne des Wortes alte Freundinnen treffen sich nach Jahren wieder und nehmen mal eben eine Platte auf: Sue Garner, musizierende Innenausstatterin und Angel Dean, Schauspielerin und Hobby-Countrymusikerin. Die beiden Grazien aus Tennessee und Georgia haben sich Mitte der 80er Jahre in New York City kennen gelernt und zusammen in der Countryband Last Roundup gespielt. Danach verloren sich Garner und Dean aus den Augen. Angel Dean heiratete den Horrorschriftsteller Jonathan Thomas und zog nach Providence, Rhode Island, während Sue Garner als Alternative-Country-Musikerin (sie nahm u.a. die Alben „To Run More Smoothly“, 1998 und „Shadyside“, 2002, auf) und Innendekorateurin in New York beschäftigt war.

Als Sue Garner eines Tages auf einer Tournee durch Providence kam, traf sie ihre alte Freundin Angel Dean wieder. Diese hatte gerade mit ihrem Mann ein paar düstere Lieder über eingesunkene Waldgräber und verwunschene Weiher verfasst, die sich geradezu für eine gemeinsame Platte anboten. Schnell wurden Nägel mit Köpfen gemacht und das Brooklyner Studio von Sue Garner für die Aufnahmen gebucht. Geholfen haben dabei u.a. J.D. Foster (Dwight Yoakam, Richard Buckner), Doug Wieselman (Lounge Lizards) und Clare MacTaggart (Beth Gibbons), sowie Rick Brown, Phil Dray und Ted Reichman. 12 Songs entstanden auf diese Weise, die man am besten unter dem Begriff „Americana“ einsortieren kann.

Unter dem Namen „Pot Liquor“ (eine Bezeichnung für den Würzsud, den man beim Einkochen von Gemüse erhält) bringt das außergewöhnliche Duo seine Songs jetzt auf den Markt: Eine reizvolle Mischung aus traditionellen Countrysongs mit düsteren Texten über Tod und Teufel, jedoch mit doppeltem Boden und leichten Augenzwinkern. Eingespielt auf akustischen Instrumenten, garniert mit den ungewöhnlichen Vocals der beiden Damen, geht der Ritt mit leicht morbider Romantik quer durch die Südstaaten. Die perfekt verwobenen Stimmen von Sue Garner und Angel Dean erinnern dabei bisweilen an die Stimmarrangements früher Fleetwood-Mac-Stücke, denn Garner bedient die hohen Tonlagen, inkl. des obligatorischen Country-Yodeling, während Dean mit ihrer tiefen Stimme die Grundlage für A-Capella-Songs („Losin’ ground“) und psychedelische Ausflüge („Quarry pond“) zwischen Patti Smith und Kristin Hersh legt.

Sue Garner und Angel Dean bearbeiten auf „Pot Liquor“ die düstere Seite der Countrymusic, lassen dabei ein wenig Pop- und Folkmusik einfließen und kochen die Ingredienzien zu einem zartbitteren Sud auf. Das ist ebenso ungewöhnlich wie interessant, aber sicher keine Leibspeise für jedermann.

Anspieltipps:

  • Dreams
  • Dark sky
  • Quarry pond
  • Old graveyard in the woods
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