Sarah Connor - Naughty But Nice - Cover
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Naughty But Nice


  • Label: X-Cell Records/SONY
  • Laufzeit: 64 Minuten
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5/10 Unsere Wertung
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Angesichts der jüngsten Erfolge von Sarah Connor können einem als Kritiker schon mal die Argumente ausgehen. Mit ihrer neuesten Single „From zero to hero“ - der zweiten aus ihrem neuen Album „Naughty But Nice“ - schoss die junge Mutter aus Delmenhorst von null auf eins in den Media Control Charts. Damit verbucht sie ihren vierten Nummer-1-Hit in Folge - ein Kunststück, das noch niemanden vorher seit Beginn der Chartsermittlung durch Media Control (1977) gelungen ist. Damit schlägt sie auch Dieter Bohlen, der in den 80er Jahren mit Modern Talking dreimal hintereinander den Chartsthron erklomm.

Dabei verhält es sich auch mit „Naughty But Nice“, dem vierten Album von Sarah Connor, wie bei den Vorgängern „Green Eyed Soul“ (2001), „Unbelievable“ (2002) und „Key To My Soul“ (2003). Die Singleauskopplungen sorgen für Furore in den Hitparaden und bringen hohe Verkaufszahlen. Die Alben fungieren hingegen als Ansammlung überwiegend zweitklassiger Pop-, Soul- und R&B-Liedchen. Da ist es dann auch egal, wenn regelmäßig hochkarätige Hitschreiber vom Schlage eines Wyclef Jean (Whitney Houston, Destiny’s Child), Johnny Douglas (Kylie Minogue, George Michael) oder einer Diane Warren (Celine Dion, Toni Braxton) verpflichtet werden.

Nach ihrer letzten CD „Key To My Soul“ gönnte sich Sarah Connor ein Jahr Familienurlaub, um sich mit Ehemann Marc Terenzi und Söhnchen Tyler häuslich einzurichten. Schöne, heile Welt. Doch just zur Album-Veröffentlichung macht die BILD Zeitung mit der Meldung auf, dass gewisse Businessleute aus dem Umfeld von Sarah Connor dem deutschen Superstar zur Abtreibung geraten haben, um ihre Karriere nicht zu gefährden. Ein kleines Interview zur rechten Zeit, das wieder mal die Abgründe der Popmusik aufzeigt. Eine Branche, in der wirklich jedes Mittel zur Promotion erlaubt zu sein scheint, ist einfach nur widerlich!

Auch bei der vierten Sarah-Connor-Produktion wirkten wieder die bewährten Produzenten-Teams Booya, Kay D. & Rob Tyger mit, die für „Naughty But Nice“ insgesamt 14 Tracks aufnahmen. Eröffnet wird der Reigen durch die erste Singleauskopplung „Living to love you“, eine gefühlvolle Ballade im frühen Mariah-Carey-Stil und selbstredend ein Nummer-1-Hit in Deutschland. Ihr folgen mehr („From zero to hero“) oder weniger („Thank you“) gute Nummern zwischen Dance-Pop („Paradise“), Soul („One more night“), HipHop/R&B („I just started being bad“) und Uptempo-Groovern („You are my desire“). Dazu steuerte Ehemann Marc Terenzi die pathetische Ballade „Happy anniversary“ und Star-Songwriter Johnny Douglas den wirklich starken Track „You’re the kinda man“ bei.

Dennoch gilt auch anno 2005: Es kann nicht schaden, sich an bereits bewährten Ideen anderer Songschreiber zu bedienen und diese ganz frech für die eigenen Songs zu kopieren. Trotzdem hinterlässt das vorliegende Werk einen besseren Eindruck als der Vorgänger „Key To My Soul“, der nicht nur im nachhinein als Schnellschuss bezeichnet werden muss. Mit „Naughty But Nice“ zeigt die Qualitätskurve wieder leicht nach oben.

Anspieltipps:

  • Change
  • Keep imagining
  • From zero to hero
  • Living to love you
  • You’re the kinda man
Dieser Artikel ging am um 13:33 Uhr online.
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