Athlete - Tourist - Cover
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Athlete Tourist


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 48 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

1999 gründete sich britische Band Athlete, um dem BritPop zu frönen. Nach einer selbstbetitelten EP aus dem Jahr 2002 begann für Sänger und Gitarrist Joel Pott, Keyboarder Tim Wanstall, Bassist Carey Willets und Drummer Steve Roberts der langsame Aufstieg. Die große Plattenfirma EMI klopfte nach erfolgreichen Tourneen als Vorgruppe von z.B. „Mansun“ an die Tür der Londoner und verpflichtete sie. Der Australier Victor van Vugt, der schon Nick Cave und die Walkabouts produzierte, nahm mit den vier Musikern den Longplayer „Vehicles and Animals“ auf. Den ganz großen Erfolg bescherte ihnen das nicht, aber durch immer weitere Auftritte bei den klassischen Festivals wie Glastonbury wurden Athlete immer beliebter. Zurecht, denn ihre Nähe zu Coldplay und Keane ist zwar vorhanden, aber sie machen durchaus etwas eigenes daraus.

Die neue Athlete-CD „Tourist“ (wiederum produziert von Victor van Vugt) ist eine Sammlung von elf Songs, die die Band auf eine Qualitätsstufe mit den Megasellern des BritPop stellt. Das beginnt bereits mit dem Opener „Chances“. Nach einer getragenen Pianoeinleitung folgt ein wenig mehr Schwung und ein Refrain mit Ohrwurmcharakter. Der zweite Song „Half light“ überrascht erst mit Synthiespielereien, wird dann ein temperamentvolles Stück mit Schlagzeug und allem, was eine sehr gute Popperle braucht. „Wires“ ist ein Song, den Leadsänger Joel Pott seiner damals kranken Tochter gewidmet hat. Es ist Athletes erste Nummer eins in England, was daran liegen mag, dass „Wires“ extrem nach Coldplay klingt. Lediglich die Stimme von Joel Pott macht den Song unverwechselbar.

Wie Keane und Coldplay, scheut die Band weder das Piano noch Streichereinsätze. Gleichwohl wirken die Stücke nie kitschig. Unterm Strich hat das ganze Album tatsächlich keinerlei Ausfälle zu verzeichnen. Die Melodien passen immer und bleiben lange im Ohr. Die melancholische, aber dennoch optimistische Grundstimmung verbreitet ganz einfach gute Laune.

Live spielen und Touren scheint die Lieblingsbeschäftigung von Athlete zu sein, denn in diesem Sommer spielen sie auf fast allen großen Festivals, von „Southside“ bis „Hurricane“. Die meisten Songs entstehen also „on the Road“. Der Erfolg gibt ihnen recht. In England waren die Londoner mit Album und Single auf dem ersten Platz der Charts. Was will man als Musiker mehr?

Anspieltipps:

  • Wires
  • Half Light
  • If I found out
  • Twenty Four Hours
  • Yesterday threw everything at me
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