Farin Urlaub - Am Ende Der Sonne - Cover
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Farin Urlaub Am Ende Der Sonne


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

So bitter es klingt: Es gibt keine schöne Melodien und keinen mitsingbaren Refrain.

Kein schöner Land zu dieser Zeit, eine Zeit der musikalischen Überschätzung, gerade im deutschsprachigen Bereich. Da kommt ein „Farin Urlaub“-Album gerade richtig. Und wie haben wir früher alle „Die Ärzte“ verehrt und es konnte auch tatsächlich kommen was wolle, es war auch einfach alles gut. Da war es auch nur klar, dass der Herr Oberarzt sein Soloalbum irgendwann abliefern würde. Das Resultat war das schöne Wortspiel „Endlich Urlaub!“ und einige schöne Lieder, die bei „Die Ärzte“ nie funktioniert hätten. Anhängsel war das Versprechen, dass BelaFarinRod trotzdem sein Hauptanliegen ist und die nächste Solo-CD höchstens in fünf Jahren erscheinen werde.

Nun, nach 3½ Jahren und einem mittelmäßig-schlechten neuen „Die Ärzte"-Doppelalbum, erscheint nun also ein neues „Farin Urlaub“-Album und das macht überhaupt keinen Spaß! Erst nach fünf Tracks hat man die potenziellen Ärzte-B-Seiten überstanden und mit „Wie ich den Marylin-Manson-Ähnlichkeitswettbewerb verlor“ ein Lied entdeckt, dass zumindest ansatzweise an „Endlich Urlaub“ heranreicht. Leider sticht dieses Lied musikalisch als fast einziges aus dem Brei der Verzerrung heraus. Ähnlich wie bei „Alles Dasselbe“ werden viele Lalalas und Bläser eingesetzt – und hier macht das Album auch zum ersten Mal wirklich Spaß

Es ist natürlich löblich, dass Farin alle Instrumente selber einspielt, nur mangelt dadurch die Musikalität des Albums sehr. Es blitzen zwar hier und da Ska („Der Mann mit der Posaune“) und andere Einflüsse durch, doch bleibt der Eindruck, dass Urlaub seine Songs diesmal im dunklen Keller, als im Urlaub komponiert hat. „Unsichtbar“ ist zwar ein ganz schönes Lied, aber musikalisch und lyrisch ist der Hörer deutlich mehr von Farin Urlaub gewohnt. Das gilt leider für das gesamte Album.

So bitter es klingt: Es gibt keine schöne Melodien, keinen mitsingbaren Refrain, dafür ein „Apocalypse wann anders“, das wegen seines „Oh-ho“-Parts fatal an „Westerland“ erinnert, und auch kein „Phänomenal egal“, einem der Höhepunkte des Vorgängers. Vielleicht ist Farin Urlaubs kreatives Potential erschöpft, das kann ja gut sein. Vermutlich ist das Problem aber eher, dass sich Herr Urlaub auf zwei Projekte jeweils nur halb so gut konzentrieren kann.

Anspieltipps:

  • Unsichtbar
  • Alles Dasselbe
  • Wie ich den Marylin-Manson-Ähnlichkeitswettbewerb verlor
  • Neue Kritiken im Genre „Rock/Pop“
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