Liquido - Float - Cover
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Liquido Float


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit der Band Liquido dürften sehr viele Leute ein ganz bestimmtes Lied verbinden. Einen Song, der ein ganzes Jahr lang auf allen Radiostationen rauf und runter gespielt wurde und auch heute noch allgegenwärtig ist. Natürlich ist „Narcotic“ gemeint. Mit diesem Track hatten Tim Eiermann (Gesang, Gitarre), Wolle Maier (Schlagzeug), Stephan Schulte (Bass) und Wolfgang Schrödl (Keyboard) einen Riesenhit auf nationaler und internationaler Ebene. Es regnete Gold- und Platinauszeichnungen und da das Interesse der Öffentlichkeit an diesem Mix aus Kirmesorgel und Gitarrenrock so enorm war, wurde mit „Liquido“ (1999) schnellstens ein Album nachgeschoben.

Für diesen Erfolg benötigten Liquido aber zuerst die Hilfe eines Musikmagazins, das den Song „Narcotic“ auf einer dem Heft beilegten CD vorstellte. Das Kuriose daran: Zuvor wurde das Demotape inklusive „Narcotic“ von sämtlichen Plattenfirmen ignoriert - und plötzlich waren die Jungs aus Heidelberg in ganz Europa ein Begriff.

Mit den folgenden Alben wollte die Band zeigen, dass sie mehr als nur einen Superkracher abliefern kann. Doch diesen Beweis ist sie bis heute schuldig geblieben. „At The Rocks“ (2000) und „Alarm! Alarm!“ (2002) fielen in der Presse und in der Hörergunst durch, weil sie mit nichtssagenden Kompositionen an der Grenze zum Selbstplagiat und zum Teil dümmlichen Texten die Hörer verschreckten. Aber die Burschen geben nicht auf! Mit neuer Plattenfirma im Rücken, soll verlorengegangener Boden zurückerobert werden. Doch, soviel vorweg: auch dieser Versuch wird kläglich scheitern. Die Truppe ist und bleibt eine One-Hit-Wonder.

Das neue Album „Float“ wurde nicht wie bei den Vorgängern unter dem Druck eines Branchenriesen wie Virgin/EMI produziert, da man die Sache beim neuen Label „Nuclear Blast“ etwas entspannter sieht. Das hört man der Scheibe auch an, aber es führte nicht etwa dazu, dass sich hier ein Spitzensong an den anderen reiht. „Float“ setzt sich viel mehr aus unauffälligen Rockliedchen und radiofreundlichen Balladen zusammen. Eine Platte, die offensichtlich jedem etwas bieten will, aber keine Interessensgruppe wirklich zufrieden stellen kann. Beispiele für die rockigere Seite des Albums wären „Lay your head down“ und „Flip to play“, während „Drag me down“ die Balladenseite repräsentiert. Augenscheinlichste Veränderung ist, dass die Jungs den Keyboardsound vergangener Tage etwas zurückgedreht haben. Ob dies allerdings die Qualität der Kompositionen entschieden nach vorne gebracht hat, darf getrost bezweifelt werden.

Unterm Strich ist „Float“ ein schwaches Album, das Liquido nicht dazu verhelfen wird, von ihrem angekratzten Image wegzukommen. Deshalb ist die Platte leider überflüssig.

Anspieltipps:

  • Flip to play
  • Ordinary life
  • Valentine
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