Lacuna Coil - Karmacode - Cover
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Lacuna Coil Karmacode


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Lacuna Coil haben sich nicht zur Gänze vom kommerziellen Erfolg einnehmen lassen, obwohl einige Songs und Passagen sehr radio- und charttaugliche Tendenzen besitzen.

Das meistverkaufte Album ihrer Plattenfirma mit über einer halben Million abgesetzten Einheiten, eine Top-Platzierung in den amerikanischen Billboard-Charts, eine Einladung zum Ozzfest und eine riesige Tour durch die Staaten – diese Eckdaten gehören zur italienischen Metalband Lacuna Coil und ihrem letzten Longplayer „Comalies“ aus dem Jahre 2002, mit dem sie den internationalen Durchbruch schafften und sich aufgrund des daraus entstehenden längeren Aufenthalts „on the road“ erst 2005 mit dem Verfassen neuer Songs beschäftigten, die nun auf dem Album „Karmacode“ das Licht der Musikwelt erblicken.

Gleich zu Beginn der Platte ist im Opener „Fragile“ hörbar, dass die sechs Mailänder Cristina Scabbia (Gesang), Andrea Ferro (Gesang), Marco Coti Zelati (Bass), Cristiano Migliore (Gitarre), Marco Emanuele Biazzi (Gitarre) und Cristiano Mozzati (Schlagzeug) abermals eine sehr fette Produktion mit griffigen Basslines, druckvollem Schlagzeug und Melodien, die mal düster und mal mehr Pop-Appeal aufweisen, vom Stapel gelassen haben. Betreut wurden sie wieder von ihrem Stammproduzenten Waldemar Sorychta und aufgenommen wurde das Ganze in den Monaten Februar, März und September letzten Jahres in den Woodhouse Studios in Hagen, Nordrhein-Westfalen und den Massive Arts Studios in Mailand.

Das die Gitarren und manche Songs allerdings stark Nu-Metal lastig klingen, liegt am neuen Abnehmer Amerika, wirklich störend sind die Parallelen zu Bands wie Korn aber nicht, sondern sind umso erfreulicher, da „Karmacode“ bei weitem mehr Seele besitzt als z.B. die letzten Outputs der Mannen rund um Jonathan Davies. Schließlich kann es nicht schaden, wenn es bereits bei Track Nummer 2 namens „To the edge“ mächtig eins auf die Mütze gibt und das Zimmer zum Moshpit umfunktioniert wird. Der nachfolgende Song „Our truth“ schlägt noch in dieselbe Kerbe, doch mit der Ballade „Within me“ wird der Wind erst mal aus den Segeln genommen und Evanescence-Gewässer angesteuert.

Zum Glück reißt „Devoted“ das Ruder in die andere Richtung um und mit dem Instrumentaltrack „You create“, der in „What I See“ überleitet, steht der Höhepunkt der Platte an. „Fragments of faith“ klingt zwar nett, will aber nicht so richtig gefallen, da der Refrain im Gegensatz zum restlichen Aufbau recht schwach ist und “Closer” ist mit dem fiependen Synthesizer im Hintergrund ohnehin zu mainstreamlastig geworden. Einen Kracher wird uns mit „The game“ noch geboten, bevor der italienisch vorgetragene Song „Without fear“ und das Depeche Mode-Cover „Enjoy the silence“ dem Hörer als Abschied dienen.

Lacuna Coil haben sich nicht zur Gänze vom kommerziellen Erfolg einnehmen lassen, obwohl einige Songs und Passagen sehr radio- und charttaugliche Tendenzen besitzen, was den Italienern mit „Karmacode“ einen weiteren Karriereschub einbringen dürfte. Damit ist kein fabelhaftes Werk wie „Comalies“ entstanden, aber schlecht ist der Nachfolger keinesfalls, dazu ist die Produktion zu druckvoll und der Großteil der Tracks überzeugend. Dass das Album an den Durchbruch in Amerika angepasst ist, lässt sich nicht verleugnen, die Fans wird das allerdings nicht jucken.

Anspieltipps:

  • Our Truth
  • The Game
  • What I See
  • To The Edge
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