The Darkness - One Way Ticket To Hell... And Back - Cover
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The Darkness One Way Ticket To Hell... And Back


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 35 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit 35 Minuten Spielzeit ist „One Way Ticket To Hell... And Back” sogar noch kürzer als das Debüt.

Die Band, die man entweder liebt oder hasst, kehrt zwei Jahre nach ihrem aufsehenerregenden Debüt zurück auf die Bildfläche: The Darkness.

Seit ihrer Debütsingle „Love is only a feeling“ aus dem Jahr 2002 ist eine Menge passiert und aus den Medien war die Band nie ganz verschwunden. Trotzdem wird sich jetzt zeigen müssen, ob die Herren um den quiekenden Kopfgesangsvirtuosen Justin Hawkins eine Eintagsfliege sind oder ob sie sich als ernstzunehmende Rockband etablieren können. Denn bisher hielten die meisten The Darkness für eine neue Ausgabe von The Spinal Tap bzw. Monty Python, die eine Kreuzung aus Queen und AC/DC abgeben. Dass dem nicht so ist, soll „One Way Ticket To Hell... And Back” beweisen.

Nach einer erschöpfenden 3-Jahre-Tournee rund um die Welt, diversen hochkarätigen Auszeichnungen (u.a. drei Brit-Awards) und mehr als 3,5 Millionen verkauften Tonträgern ihres Debütalbums „Permission To Land“ (davon ca. 40% in England) zog sich die Band Ende 2004 ins Studio zurück, um an neuem Material zu arbeiten. Der Erfolgsdruck lastete spürbar auf den Musikern, die sich in der ländlichen Abgeschiedenheit des Küstenorts Lowestoft in die Haare bekamen und Bassist Frankie Poullain aufgrund musikalischer Differenzen rausschmissen. Er wurde durch den langjährigen Gitarrentechniker der Band Richie Edwards ersetzt. Dennoch erhielt der gedroppte Bassist bei vier der zehn neuen Stücke Songwritercredits. So groß können die Differenzen demnach nicht gewesen sein – auch wenn Poullain bis heute nicht weiß, warum er aus der Band geflogen ist.

Mit den fertigen Songs ging es auf die Suche nach einem Produzenten. The Darkness spielten eine Session mit Bob Ezrin (Lou Reed, Kiss, Peter Gabriel, Aerosmith) und trafen sich mit Robert „Mutt“ Lange (AC/DC, Def Leppard, Bryan Adams, Shania Twain). Am Ende wurde „One Way Ticket To Hell... And Back” aber von dem Mann produziert, der am besten zu der von den 70er- und 80er-Jahren inspirierten Musik des Quartetts passte: Roy Thomas Baker (Queen, David Bowie, Rolling Stones, The Who). Baker ist vor allem bekannt für seine Studioarbeit an dem Queen-Meisterwerk „A Night At The Opera“ (1975), was ihn geradezu dazu prädestiniert, ein The-Darkness-Album zu betreuen. In Los Angeles wurde das zweite Album der Engländer dann endgültig fertiggestellt.

Mit 35 Minuten Spielzeit ist „One Way Ticket To Hell... And Back” sogar noch kürzer als das Debüt. Da dürfen sich The Darkness eigentlich keinen einzigen Ausfall erlauben. Doch das schafft die Band leider nicht. Stücke wie „Girlfriend“, „Blind man“ und „English country garden“ sind einfach eine Spur zu überkandidelt, als dass sie wirklich überzeugen könnten. Aber zum Glück sind dies Ausnahmen. Die restlichen Tracks gefallen nicht nur wegen der glänzenden Produktion und dem erdigen Sound (die Songs wurden nicht wie üblich digital eingespielt, sondern mit herkömmlichen Bandmaschinen aufgenommen. Zudem benutzten The Darkness die Originalinstrumente, auf denen schon Freddie Mercury von Queen oder Brian Jones von den Rolling Stones spielten), sondern auch durch verrückte Texte („Dinner lady arms“) und starke Melodien („Hazel eyes“). Natürlich drehen die Hawkins-Brüder, Ed Graham (Drums) und Neu-Bassist Richie Edwards auch wieder mächtig an der Wahnsinnsschraube und greifen auf haarsträubenden Falsettgesang („Knockers“) und Queen-Bombast zurück („One way ticket“ kommt mit Panflötensolo und einem grandiosen Drumsound daher!). Dazu kommen ein paar amtliche Gitarrenriffs („Is it just me?“) und ein ordentlicher Schuss Größenwahn („Seemed like a good idea at the time“) – also alles, was man an ihrem Debüt entweder liebte oder abgrundtief hasste. Daran hat sich nichts geändert. Also entscheiden Sie bitte selbst...

Anspieltipps:

  • Bald
  • Hazel eyes
  • One way ticket
  • Dinner lady arms
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