D.A.D. - Scare Yourself - Cover
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D.A.D. Scare Yourself


  • Label: Noise/Soulfood
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das dänische Dynamit aus Kopenhagen meldet sich zurück, nachdem es seit gut 20 Jahren im Geschäft immer wieder für frischen Wind im Rockzirkus gesorgt hat und neben Post-Grunge auf „Helpyourselfish“ (1995) sowie den glamourösen Dringlichkeitsappellen von „Everything Glows“ (2000) für ehrlichen Melodic Rock der besseren Sorte steht. Vier Jahre sind seit dem letzten Longplayer „Soft Dogs“ vergangen und diese kleine Rückkehr mit „Scare Yourself“ ist als amtlich zu bezeichnen, denn das Quartett atmet Gitarrenmusik der lauten und doch melodischen Schule, wie es nur wenige Bands dieser Art bis heute durchgehalten haben. Die beiden Herren am Mischpult, Henryk Lipp (Millencolin, 59 Times The Pain) sowie Michael Ilbert (Roxette, The Cardigans, The Hellacopters) weisen nur bedingt die Referenzen vor, die für die Musik von D.A.D von Belang sind und konnten vielleicht auch aus diesem Grund dem Album einen saftigen, zeitlosen Anstrich verpassen.

Kurzweiligkeit und Spaß bestimmen „Scare Yourself“, welches mit „Lawrence Of Suburbia“ in die erste Runde geht und eingeläutet von lauernden Riffs, die den Blues verinnerlicht zu haben scheinen, zum gelungenen Midtempo-Rocker mutiert, ohne auf das Hauptaugenmerk der markant rauchigen Stimme verzichten zu müssen. Spätestens ab dem Refrain erobert die erdige Melange aus Hardrock und Blues-Anteilen das auf breitbeinigen Rock spezialisierte Herz. Gar hymnisch sind die Sing-a-longs im zweiten Track, „A Good Day (To Give It Up)“, dem ausufernde Gitarrensoli und –spielereien überaus gut stehen und musikalisches Können neben bedenkenloser Eingängigkeit offeriert.

Geschmackvoll und stets leicht verdaulich geht es dann auch weiter, wobei trotz ausreichend vorhandenem Oldschool-Hardrock der Blick ins hier und jetzt nicht verabscheut wird. D.A.D benötigen keine pseudomodernen Verweise in die Zukunft, sondern ein handfestes Gitarrenfundament, das von Jesper Binzers Stimme rau und doch herzlich unterstützt wird sowie druckvollem Drumming den Weg bereitet. Hier und da tauchen Exkurse auf, denen Punkrock als Ziel dient und Blues als guter, alter Freund die Wege säumt – doch im Endeffekt bietet „Scare Yourself“ schlicht und ergreifend Rock der sonnigen, vollkommen zufrieden stellenden, manchmal beeindruckend zielstrebigen Art, die nie enttäuscht und Simplizität als Pluspunkt entlarvt.

Sanftmütig groovt sich „Little Addict“ mit 70´er-Einflüssen als Ausnahme (neben dem folkigen Bonustrack „You Filled My Head“) durch eine ansonsten beherzt schwungvolle Scheibe, während das folgende „Dirty Fairytale“ als prädestinierter Livekracher und der Refrain als Mitsing-Garant bei Festivals genauso wie bei Clubgigs die Herzen erwärmen wird und sich für die ewige D.A.D-Hitliste empfiehlt. Fans der Dänen werden begeistert sein und sicher so gut wie jeden Song auf der CD lieben, denn Schwachstellen gibt es eindeutig keine auszumachen, auch wenn die Innovationsauszeichnung wie eh und je in weiter Ferne liegt. Bei einem derart guten, wohl ausbalanciertem Album verzichtet man selbstredend gern auf unnötige Ausflüge in fremde, musikalische Regionen.

Anspieltipps:

  • A Good Day (To Give It Up)
  • Scare Yourself
  • Unexplained
  • Dirty Fairytale
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