Transplants - Haunted Cities - Cover
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Transplants Haunted Cities


  • Label: La Salle Records/WEA
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Drittel Rancid (Gitarrist und Sänger Tim Armstrong), ein Drittel Blink 182 (Schlagzeuger Travis Barker) und Sänger Rob Aston – das sind die Transplants. Bereits 1999 beschlossen die Drei gemeinsame Sache zu machen, doch aufgrund der Hauptbands von Armstrong und Barker erschien das selbstbetitelte Debüt erst Anfang 2003, das die Fans mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurückließ. Einerseits kam dieser Genremix aus Punk, HipHop, Rock, Reggae und Drum´n´Bass frisch und unverbraucht aus den Boxen, doch wen sollte diese Platte eigentlich ansprechen? Punker, die nichts gegen HipHop-Einflüsse haben oder Hip Hopper, die nichts gegen rotzigen Punkrock haben?

Die Antwort darauf war den Transplants selber nicht bekannt, aber „seitdem konnten wir mit den Foo Fighters auf US-Tour gehen, haben eine eigene Headliner-West-Coast-Tour gemacht und sind bei Snoop Doggs Doggyfizzle Televizzle und der Jimmy Kimmel-Show gewesen.“ Ein reines „Sowas wollten wir schon immer mal machen“-Album eben. Verstehe!
Ungeachtet dieser nicht vorhandenen Zielgruppenorientiertheit (was ja an sich nichts Schlechtes ist) gingen sie kurze Zeit später wieder ins Studio um an neuem Material zu werkeln. Der Entstehungsprozess war dieses Mal allerdings um einiges leichter, gaben Blink 182 doch ihre Auflösung bekannt und Rancid legte wegen der Erkrankung eines Mitglieds (Matt Freeman) eine Zwangspause ein.

Um nun die Frage nach der Homogenität der neuen Platte zu beantworten muss kurz Fettes Brot zitiert werden: Jein! „Haunted Cities“ beschränkt sich diesmal zwar ausschließlich auf Punk mit Rockelementen mit zusätzlich dezentem Drum´n´Bass-Einfluss und bringt den HipHop nur mehr textlich unter, vermag aber dennoch nicht zu überzeugen. Stolpersteine sind Tracks wie das lahme „What I can´t describe“, das halbfertige „Hit the fence“, die fehlende Prise Pfeffer in „Crash and burn“ und die seelenlosen Stücke „American guns“ und „Pay any price“. Wirklich dagegen halten lediglich Tracks wie „Not today“, „Gangsters and thugs“, „Madness“, „Doomsday“ oder „I want it all“, die sich durch einen gelungenen Aufbau und einprägsame Hooklines auszeichnen. Angesichts des hohen Prozentanteils an Ausfällen wäre ein längerer Entwicklungsprozess wohl vonnöten gewesen.

Ob diese erneute Unausgewogenheit am Wechsel von Armstrongs eigenen Hellcat Records zum Sublabel La Salle (Atlantic) beim Major Warner liegt oder an etwas gänzlich anderem, können sich die Transplants wohl wieder einmal selber nicht beantworten. Einer Sache können sie sich aber bewusst sein: Sollte der nächste Output wieder enttäuschen, wird sich die Textzeile „Some of my friends sell records / Some of my friends sell drugs“ in „Gangsters and thugs“ bald bewahrheiten. Nein, Moment! Tim Armstrong hat noch Rancid und Travis Barker spielt den neuen Ozzy Osbourne in „Meet the Barkers“. Aber was macht Rob Aston? Sucht Tom DeLonge nicht zufällig noch jemanden für sein Nachfolgeprojekt „Angels & Airwaves“?

Anspieltipps:

  • Not Today
  • Madness
  • Doomsday
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