Peter Maffay - Laut Und Leise - Cover
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Peter Maffay Laut Und Leise


  • Label: Ariola/BMG
  • Laufzeit: 80 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach 14 Nummer-1-Alben und einer schier endlosen „Tabaluga“-Phase, hat Peter Maffay den Rock'n'Roll in Teilen wiederentdeckt.

Peter Maffay zählt zu den weniger gestandenen Rockstars in Deutschland. Wobei die Betonung auf „Star“ liegt, denn seine musikalischen Ideen sind äußerst vielseitig und reichen von der Schlagerschnulze („Du“), über harte Rocker („Bring mich nach Haus“) bis hin zum (Kinder)-Musical („Tabaluga“). Dass er aufgrund dieser ausgeprägten Experimentierfreude und seiner mitunter etwas kauzig wirkenden Stimme in gewissen Kreisen belächelt wird – geschenkt! Erfolg macht neidisch, das weiß auch ein Peter Maffay nach über 30 Jahren im Musikbusiness. Trotzdem: Nach mehr als fünf Jahren, in denen sich der gebürtige Rumäne fast ausschließlich mit seinem „Tabaluga“-Projekt beschäftige, wurde es mal wieder Zeit für ein Rockalbum. Dieses legt der Hobbyschauspieler („Der Joker“, 1986, „Gefangen im Jemen“, 1999) gleich im üppigen Doppel-CD-Format vor.

„Laut & Leise“ ist ein Konzeptalbum mit 18 Songs, das in eine „laute“ (rockigere) und eine „leise“ (emotionalere) Platte unterteilt ist. Das ist durchaus interessant und macht Sinn, selbst wenn sämtliche Lieder bei einer Gesamtspielzeit von ca. 80 Minuten ohne weiteres auf einen Silberling gepasst hätten. Selbstverständlich kann Peter Maffay auch diesmal auf seine Band um Gitarrist Carl Carlton, Bertram Engel (Drums), Jean Jacques Kravetz (Keyboards) und Ken Taylor (Bass) zählen, die den Songs, deren Texte u.a. von Sissi Perlinger, Lukas Hilbert, Leslie Mandoki, Klaus Hirschburger und Jule Neigel stammen, den unverkennbaren Peter-Maffay-Sound einhauchen.

Schon nach wenigen Hördurchgängen wird klar, dass „Laut & Leise“ eines der besten Maffay-Alben der letzten 10 Jahre ist und wahrlich nicht schlechte Produktion wie „X“ (2000) und „Sechsundneunzig“ (1996) sogar noch in die Tasche steckt. Zwar fallen die Stücke auf der „Leise“-CD bisweilen arg pathetisch aus („Früher, später“, „Lebenswert“, „Mit dir“), doch gibt es auch jede Menge positive Ausnahmen zu vermelden („Halt dich an mir fest“, „Die Ruhe vor dem Sturm“, „Wer schenkt uns ein Wunder“). Im direkten Vergleich schneidet die „Laut“-CD dennoch um einiges besser ab. Hier versammeln sich Songs mit wunderschönen akustischen Gitarrenharmonien („Der Kreis“, „Ja, ich will“), Midtempo-Rocker („Hoch und höher“), Stadionhymnen („Das geht tief“, „Glaub an mich“) und krachende Rocksongs („Die Hölle ist hier“). Das ist deutlich kurzweiliger und auf der Höhe der Zeit.

Nach 14 Nummer-1-Alben und einer schier endlosen „Tabaluga“-Phase, hat Peter Maffay den Rock'n'Roll in Teilen wiederentdeckt. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn der hohe Balladenanteil gewiss nicht jedermanns Sache ist. Trotzdem: Auf diese Art kann es durchaus weitergehen.

Anspieltipps:

  • Der Kreis
  • Das geht tief
  • Die Hölle ist hier
  • Wie kannst du schlafen
  • Die Ruhe vor dem Sturm
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