Coen Wolters Band - Broken Glass - Cover
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Coen Wolters Band Broken Glass


  • Label: Crying Tone Records/FENN MUSIC
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Immer wenn es Winter wird, landen auf den Tischen von Musik-Rezensenten tonnenweise Independent-CDs, die – wenn es geht – wohlwollend besprochen werden sollen. Grund für die Schwemme: Die großen Plattenfirmen liegen noch im alljährlichen Winterschlaf, der erst Ende Februar beendet ist. Bis dahin heißt es für alle kleinen Labels, die Gunst der Stunde zu nutzen, um die freien Kapazitäten im Handel, bei der Presse und in den Geldbörsen potenzieller Käufer für sich und ihre Produkte zu gewinnen.

In den beigefügten Presse-Infos werden dann bis dato völlig unbekannte Künstler über den grünen Klee gelobt, ausführlich beschrieben, von welchen Berühmtheiten sie beeinflusst wurden und mit welchen Megastars sie bereits auf der Bühne gestanden haben. Damit lässt sich locker die Hälfte einer Plattenkritik füllen. Doch wenn es dann an das eigentliche Thema geht – nämlich: was hört man auf der vorliegenden CD? – werden die Rezensenten schnell einsilbig und nichtssagend („Ganz nett“, „stört nicht“, „für Fans empfehlenswert“) – und irgendwann merkt auch der Leser, dass das als „gut“ besprochene Werk nicht mehr als ein Lückenfüller ist, das aufgrund fehlender Konkurrenz mit ein bis zwei Punkten zu hoch bewertet wurde. Man kann es beinahe erahnen: Auch der Niederländer Coen Wolters ist davon betroffen...

Coen Wolters wurde in den frühen 70er Jahren geboren und begann im Alter von 18 Jahren mit dem Gitarrenspiel. Zuerst gab er den Rocker, doch mit 24 packte ihn der Blues-Virus. Mit der Gruppe The Parish veröffentlichte Coen 1998 das Album „Dance On The Moon“, das in einigen Blues Fachmagazinen in den USA gute Kritiken bekam. Eine Amerika-Tournee brachte ihm dann einen Solo-Vertrag beim Label Crying Tone Records ein, auf dem im Oktober 2004 in den Niederlanden das Debütalbum der Coen Wolters Band (Michael Mulder am Bass, Nico Groen an den Drums und Wolters als Sänger und Gitarrist) erschien. Ein Vierteljahr später ist es auch bei uns soweit. „Broken Glass“ ist ab Januar in den Bluesrock-Ecken der CD-Fachgeschäfte zu finden.

Das holländische Trio präsentiert auf „Broken Glass“ ein Dutzend in Eigenregie produzierte Blues-Stücke, darunter mit „Spanish castle magic“ (Jimi Hendrix) und „Mail order mystics“ (Chris Smither) auch zwei Fremdkompositionen. Bei den selbst geschriebenen Stücken dominieren entspannt groovende Klänge („Ain’t no way“, „Time after time”, „Blues on a rainy day“), die ab und an von forschen Bluesrockern aufgebrochen werden („Ride the katy“, „Don’t wanna miss a thing“). Das ergibt alles in allem ein kurzweiliges Album, das vor allem für Freunde des Gitarrensounds von Jimi Hendrix interessant sein dürfte. Tja, wäre da nicht der streckenweise etwas zu dumpfe und matschige Sound. Vielleicht wäre es besser gewesen, einen externen Produzenten hinzuzuziehen. Trotzdem: „Broken Glass“ ist ein sehr ordentliches Debüt!

Anspieltipps:

  • Ain’t no way
  • Mail order mystics
  • Blues on a rainy day
  • Don’t wanna miss a thing
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